Ellen Gould White: Wer war diese Frau?
Ein kurzer Abriss ihres Lebens
Ellen Gould Harmon und ihre Zwillingsschwester wurden am 26. November 1827 in Gorham bei Portland im Staate Maine im Norden Neuenglands geboren. Im Alter von neun Jahren erlitt Ellen einen Unfall. Ein von einer Klassenkameradin gedankenlos geworfener Stein verursachte eine schwere, lebensgefährliche Gesichtsverletzung, die sie sehr schwächte. Es war bald erwiesen, dass sie körperlich unfähig sein würde, die Schulausbildung fortzusetzen.
Während des Besuches einer Lagerversammlung der Methodisten mit ihren Eltern, Robert und Eunice Harmon, weihte Ellen im Alter von elf Jahren Gott ihr Leben. Kurz darauf wurde sie im Ozean durch Untertauchen getauft und in die Methodistengemeinde aufgenommen. Mit ihren Angehörigen besuchte sie aber auch die Versammlungen der Adventisten in Portland. Dies geschah im Jahre 1840. William Miller und seine Freunde verkündigten damals die Wiederkunft Christi. Diese Erkenntnis nahm Ellen voll an und schaute zuversichtlich der unmittelbar bevorstehenden Wiederkunft des Heilandes entgegen.
Trotz ihrer Jugend wurde Ellen durch die große Enttäuschung vom 22. Oktober 1844 schwerstens erschüttert. In den darauf folgenden Tagen der Ratlosigkeit flehten sie und andere ernstlich zu Gott um Aufschluss und Führung. Als sie eines Dezembermorgens im Jahre 1844 mit vier Frauen betete, überkam sie die Kraft Gottes. Zunächst verlor sie die Verbindung zu ihrer irdischen Umgebung. Dann nahm sie in einer bildhaften Offenbarung die Reise des Adventvolkes zur Stadt Gottes wahr. Ebenso wurde ihr die Belohnung der Getreuen gezeigt. Zitternd gab das siebzehnjährige Mädchen dieses und die noch folgenden Gesichte ihren Mitgläubigen in Portland wieder. Bei passender Gelegenheit berichtete sie das Geschaute auch Gruppen Adventgläubiger in Maine und in benachbarten Staaten.
Im August des Jahres 1846 verheiratete sich Ellen Harmon mit James White, einem jungen Adventistenprediger. Schwester White war in den darauf folgenden fünfunddreißig Jahren mit ihrem Mann bis zu seinem Tode am 6. August des Jahres 1881 in eifriger Evangeliumsarbeit eng verbunden. Sie unternahmen ausgedehnte Reisen durch die Vereinigten Staaten, predigten und schrieben, pflanzten und bauten, organisierten und verwalteten. Zeit und Erprobung erwiesen, welch umfassenden und festen Grund sie gelegt und wie vortrefflich und weise sie gebaut hatten. Sie gaben unter den sabbathaltenden Adventisten den Anstoß zur Errichtung des Verlagswerkes in den Jahren 1849 und 1850 und zur Entwicklung einer Gemeindeordnung mit einem gesunden System der Verwaltung der Gemeindegelder gegen Ende der fünfziger Jahre. Dies alles gipfelte in der Gründung der Weltarbeitsgemeinschaft der Siebenten Tags Adventisten im Jahre 1863. Kurze Zeit darauf begann unser ärztliches Werk. Das hervorragende Erziehungswesen unserer Gemeinschaft nahm seinen Anfang gleich nach 1870. Der Plan, jährliche Lagerversammlungen abzuhalten, entstand 1868, und im Jahre 1874 sandten die Siebenten Tags Adventisten ihren ersten Missionar aus.
Die Ratschläge, die Belehrung und die Ermutigung, die der Gemeinde mündlich und aus der nimmermüden Feder von Schw. White zuteil wurden, waren sowohl in all diesen Fortschritten als auch in der ganzen Entwicklung und Durchführung all dieser Bestrebungen wegweisend. Zuerst erfolgten die Mitteilungen an die Gemeinden durch persönliche Briefe an einzelne Glieder oder durch Beiträge in der Zeitschrift .Die gegenwärtige Wahrheit . Im Jahre 1851 gab dann Schw. White ihr erstes vierundsechzig Seiten umfassendes Buch heraus unter dem Titel "Ein Abriss der Glaubenserfahrungen und der Gesichte von Ellen G. White'. 1855 wurde begonnen, eine nummerierte Serie von Heften mit dem Titel "Zeugnis für die Gemeinde" zu veröffentlichen. Diese brachten Belehrungen und Ermahnungen zur Besserung, die Gott von Zeit zu Zeit in Gnaden ergehen ließ, um sein Volk zu segnen, zurechtzuweisen und zu leiten. Weil die Nachfrage nach diesen Unterweisungen weiter anstieg, kam im Jahre 1885 eine Neuauflage dieser Zeugnisse in vier gebundenen Büchern heraus. Durch Hinzufügung weiterer Bände, die von 1889 bis 1909 erschienen, entstand eine Reihe von neun Bänden .Zeugnisse für die Gemeinde".
Obwohl Geschw. White einen großen Teil ihrer Zeit der Reisetätigkeit und der öffentlichen Verkündigung widmeten, behielten sie ihren Wohnsitz in den Oststaaten bis 1855 bei. Während der folgenden siebzehn Jahre lebten sie im Staate Michigan. Von 1872 bis zum Tode Br. Whites im Jahre 1881 wohnten sie hauptsächlich in Kalifornien. Schw. White erfreute sich in den mittleren Jahren ihres Lebens einer guten, wenn auch nicht robusten Gesundheit.
Geschw. White hatten vier Kinder. Der älteste Knabe, Henry, wurde sechzehn Jahre alt, der jüngste, Herbert, starb mit drei Monaten. Edson und William, die beiden mittleren, wuchsen heran, und jeder von ihnen wirkte eifrig in der Gemeinschaft der Siebenten Tags Adventisten.
Einer Bitte der Generalkonferenz entsprechend, begab sich Schw. White im Sommer des Jahres 1885 nach Europa und stärkte dort zwei Jahre hindurch das sich neu entwickelnde Werk. Sie ließ sich in der Schweiz (Basel) nieder und unternahm ausgedehnte Reisen durch Süd , Mittel und Nordeuropa. Überall nahm sie an den großen Zusammenkünften der Gemeinschaft teil und kam mit den Glaubensgeschwistern in den Gottesdiensten zusammen. Dann hielt sie sich wieder vier Jahre in den Vereinigten Staaten auf. Im Jahre 1891 folgte sie einem Ruf der Weltarbeitsgemeinschaft nach Australien. In dem großen australasiatischen Feld lebte sie neun Jahre und half beim Aufbau und bei der Förderung des Werkes, besonders auf dem Gebiet des Schulwesens und der ärztlichen Mission. Schw. White kehrte im Jahre 1900 nach den Vereinigten Staaten zurück und richtete sich an der Westküste in St. Helena, Kalifornien, ihr Heim ein. Dort blieb sie bis zu ihrem Tode im Jahre 1915.
Während ihrer ganzen diensterfüllten Lebenszeit war Schw. Whites Einfluss bis zum letzten Siebenten Tags Adventisten spürbar. Sie besuchte Gemeinden, nahm an den Sitzungen der Weltarbeitsgemeinschaft und, wenn irgend möglich, an den Lagerversammlungen teil. So zog sie oftmals in der Zeit zwischen den Sitzungen der Weltarbeitsgemeinschaft von einer Lagerversammlung zur andern und sprach zu den Gemeindegliedern und bei großen Veranstaltungen zu vielen Vortragsbesuchern.
Mehrere Jahrzehnte hindurch erschienen regelmäßig Beiträge aus ihrer Feder in den Zeitschriften der Gemeinschaft. Diese wöchentlichen, vom Geiste Gottes eingegebenen Weisungen übten einen stillen, aber mächtig formenden Einfluss aus. Von Zeit zu Zeit kamen ihre Bücher heraus, die immer wieder gelesen wurden. Die Aufgabe, alles ihr an Belehrung und Offenbarung in Gesichten Mitgeteilte der Gemeinde und der Welt vor Augen zu führen, war ein Lebenswerk. Gesichte wurden ihr während ihres ganzen Lebens zuteil. Bereits im Jahre 1858 erhielt sie das allumfassende erste Gesicht über den großen Kampf. Innerhalb von sechs Monaten nach der Offenbarung war der Stoff in Gestalt des kleinen Buches "Geistliche Gaben" (Band 1), "Der große Kampf zwischen Christus und seinen Engeln und Satan und seinen Engeln" (Erfahrungen und Gesichte, 3. Teil) für die Öffentlichkeit niedergelegt. In vielen späteren Gesichten bekam sie in vielen Einzelheiten noch klareren Aufschluss über den großen Kampf, so dass sie eine Neufassung schuf: zuerst in den siebziger und achtziger Jahren in den vier Bänden "Geist der Weissagung" und später in den Bänden, die die Auseinandersetzung zwischen Gott und Satan beleuchten, "Patriarchen und Propheten" „Propheten und Könige", .Das Sehnen der Zeitalter" (in Deutschland im Auszug unter dem Titel „Das Leben Jesu" veröffentlicht), ,.Das Wirken der Apostel" und "Der große Kampf". Andere Bücher von Schw. White, die einen weitreichenden, gestaltenden Einfluss erlangt haben, sind die folgenden: "In den Fußspuren des großen Arztes", "Christi Gleichnisse', "Erziehung" , ,.Gedanken vom Berg der Seligpreisungen" und eine ganze Anzahl von Bänden, die auf einzelnen Sondergebieten Ratschläge erteilen, wie "Diener des Evangeliums", .Zeugnisse für Buchevangelisten" (in Deutschland unter dem Titel "Mit dem Evangelium von Haus zu Haus" neu erschienen), ,.Ratschläge für Eltern, Lehrer und Schüler" u. a. Das wohlbekannte Buch "Der Weg zu Christo", das in über sechzig Sprachen veröffentlicht ist, wurde von Millionen Menschen gelesen.
Im Jahre 1909 wohnte Schw. White im Alter von einundachtzig Jahren der Sitzung der Weltarbeitsgemeinschaft in Washington bei. Es sollte ihre letzte Reise durch Nordamerika sein. Die anschließenden fünf Jahre waren der Abfassung von Beiträgen für die Gemeinschaftszeitschriften und der Veröffentlichung ihrer Bücher gewidmet. Gegen Ende ihres Lebens erklärte sie: "Ob ich am Leben bleibe oder nicht, meine Schriften werden beständig reden, und sie werden ihre Aufgabe erfüllen, solange die Welt steht." (.Die Abfassung und Verbreitung der Zeugnisse für die Gemeinde", S. 12. 13.)
Obgleich Schwester White ihre schriftstellerische Tätigkeit bis Anfang 1915 aufrechterhielt, arbeitete sie in den drei letzten Jahren nicht mehr in dem Maße, wie es sonst für sie während ihrer langen Lebenszeit kennzeichnend war. Mit unerschütterlichem Mut und in vollem Vertrauen auf ihren Erlöser entschlief sie am 16. Juli 1915 in ihrem Heim. An der Seite ihres Gemahls und ihrer Kinder wurde sie auf dem Eichenhügelfriedhof in Battle Creek, Michigan, zur Ruhe gebettet.
Siebenten Tags Adventisten sahen immer, wie auch heute, den Dienst Schw. Whites, der Botin des Herrn, als Erfüllung der Prophezeiung in Offb. 12, 17 und 19, 10 an, nämlich dass die Gemeinde der Übrigen, "die da halten die Gebote Gottes", "das Zeugnis Jesu Christi" .den Geist der Weissagung" haben sollte. Sie erkennen in Schw. Whites Wirken die Gabe der Weissagung, von der Paulus in Eph. 4, 8 13 spricht. Mit anderen Gaben wirkt diese in der Gemeinde, "dass die Heiligen zugerichtet werden" und .dadurch der Leib Christi erbaut werde, bis dass wir alle hinankommen zu einerlei Glauben .
Die Offenbarungen, die ihr während ihres langen Lebens gegeben wurden, entsprachen den von Gott für Israel bestimmten Mitteln göttlicher Bezeugung. .Ist jemand unter euch ein Prophet des Herrn, dem will ich mich kundmachen in einem Gesicht oder will mit ihm reden in einem Traum." (4. Mose 12, 6.) Ihr Lebenswerk hat seinem Wesen nach viel Ähnlichkeit mit dem des Führers Israels, von dem uns in Hos. 12, 14 gesagt wird: .Aber hernach führte der Herr Israel aus Ägypten durch einen Propheten und ließ ihn hüten durch einen Propheten.'
Schw. White war unter ihren Nachbarn und Freunden als eine ernste, gottesfürchtige und christliche Frau bekannt. Aus einer Würdigung ihrer Person durch den Herausgeber der "Amerikanischen Geschichte in Lebensbildern" geht hervor, wie ihre Zeitgenossen ihr Leben und Wirken beurteilten. Dieser schrieb im Jahre 1878:
„Frau White ist eine Frau von bemerkenswert ausgeglichener geistiger Verfassung. Güte, hoher Geist, Gewissenhaftigkeit und Idealismus sind ihre vorherrschenden Züge. Ihre charakterlichen Eigenschaften machen alle, die mit ihr in Berührung kommen, zu ihren wärmsten Freunden und flößen unbedingtes Vertrauen in ihre Aufrichtigkeit ein... Obgleich sie viele Jahre öffentlich wirkte, hat sie sich die Schlichtheit und Ehrenhaftigkeit, die ihre frühen Jahre kennzeichneten, bewahrt.
Als Rednerin ist Frau White eine der erfolgreichsten unter den wenigen Frauen, die sich in unserem Lande während der letzten zwanzig Jahre durch Vorträge auszeichneten. Durch steten Gebrauch entwickelten sich ihre Stimmorgane derart, dass ihre Stimme seltene Tiefe und Kraft gewann. Wenn sie im Freien spricht, hat man sie schon des öfteren im Umkreis von einer englischen Meile deutlich vernehmen können, so klar und einprägsam ist ihre Aussprache. Ihre Sprache, wenn auch einfach, ist immer ausdrucksstark und klangvoll. Ist sie von einem Thema ergriffen, kann sie erstaunlich beredt sein und die größten Zuhörerscharen stundenlang in Spannung halten, ohne dass sich Ungeduld oder Ermüdung bemerkbar machen.
Die Grundgedanken ihrer Ansprachen sind stets praktischer Art; sie betreffen hauptsächlich häusliche Pflichten, die religiöse Erziehung der Kinder, Mäßigkeit und verwandte Gebiete. In Erweckungsversammlungen ging von ihr immer die stärkste Wirkung aus. Sie sprach häufig in großen Städten zu riesigen Versammlungen über ihr besonders am Herzen liegende Themen und wurde immer gern gehört. In Massachusetts lauschten ihr einmal zwanzigtausend Menschen mit größter Aufmerksamkeit über eine Stunde lang.
Frau White ist die Verfasserin zahlreicher Bücher, die weite Verbreitung gefunden haben. Ihre Schriften tragen das gleiche schlichte und praktische Gepräge wie ihre Reden. Sie befassen sich in solcher Weise mit dem Familienleben, dass sie die Aufmerksamkeit des aufrichtigen Lesers fesseln, weil die hohen Forderungen des Alltags unaufdringlich herausgestellt werden." („Amerikanische Geschichte in Lebensbildern hervorragender und aus eigener Kraft emporgekommener Persönlichkeiten im Staate Michigan", S. 108.)
Schw. White wurde von allen Mitarbeitern, den Gemeinden und ihren eigenen Familienangehörigen als hingebungsvolle Mutter und ernste, hochherzige, unermüdliche Dienerin im Werk des Herrn geachtet und geehrt. Sie bekleidete niemals eine offizielle Stellung in der Gemeinschaft. Sie erwartete niemals besondere Aufmerksamkeit noch hat sie ihre Fähigkeiten je dazu benutzt, sich zu bereichern oder sich beliebt zu machen. Ihr Leben und ihre gesamte Habe waren dem Werk Gottes geweiht.
Als sie gestorben war, schloss der Schriftleiter einer bekannten Wochenschrift seine Betrachtungen über ihr segensreiches Leben mit folgenden Worten: ,.Sie war von der Echtheit ihrer Offenbarungen unbedingt überzeugt ihr Leben war dieser Offenbarungen würdig. Sie zeigte weder geistlichen Hochmut noch suchte sie unlauteren Gewinn. Sie lebte das Leben und vollbrachte das Werk einer würdigen Prophetin." ("The Independent", 23. August 1915.)
Weitere Einzelheiten über das Leben und Wirken Schw. Whites finden Sie in der Autobiografie
„Leben und Wirken“.
Das Werk Ellen G. Whites
Fakten
In den sieben Jahrzehnten Ihres Wirkens schrieb Ellen White über 100.000 Seiten. Sie schrieb und veröffentlichte mehr Bücher, in mehreren Sprachen mit weitreichenderer Verbreitung als irgendeine andere Frau der Geschichte (George Wharton James, in California, Romantic and Beautiful, pp. 319,329) Ihre Werke beinhalten mehr als 100 Bücher. Knapp die Hälfte wurde zu ihren Lebzeiten veröffentlicht. Ihre Bücher umfassen mehr als 20.000 Seiten. Die fünfteilige Entscheidungsserie umfasst ca 3600 Seiten. Die neunteilige Reihe "Zeugnisse für die Gemeinde" umfasst im Original ca. 5.000 Seiten. Diese wurden über eine Zeitperiode von 54 Jahren geschrieben. Ihre Schriften beinhalten mehr als 4600 Zeitungsartikel, von denen ca. 2000 für den Review und Herald geschrieben wurde. Sie ist die viert-meist-übersetzte Autorin der Welt und in über 100 Sprachen übersetzt. Allein in portugiesisch und spanisch sind mehr als 40 ihrer Bücher erhältlich. "Der Weg zu Christus" wurde in über 100 Sprachen übersetzt und in millionenhöhe verbreitet. Der Große Konflikt wurde in über 40 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft.
Anspruch Ellen G. Whites
Der Anspruch Ellen G. Whites – Botin des Herrn
Ellen G. White war eine der prägendsten Gestalten der Adventbewegung und der damals noch jungen Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten. Sie schrieb während ihres Lebens (1827-1915) mehr als 40 Bücher und etwa 5000 Artikel in verschiedenen Zeitschriften. Ihr gesamtes schriftstellerisches Werk umfasst ca. 50 000 Manuskriptseiten. Durch verschiedenste Zusammenstellungen sind heute mehr als 100 Bücher von ihr erhältlich. Kein anderer amerikanischer Autor wurde mehr übersetzt als sie. Ihre Werke befassen sich mit den verschiedensten Themen wie Religion, persönlicher Lebensführung, Erziehung, Mission, Ernährung, geschichtlichen Darstellungen, Prophetie, Verlagswesen und Management. Über ihr Werk, ihren Anspruch und ihre Bedeutung streitet man sich bis heute. Wer also war diese Frau?
Kurzbiographie
Ellen G. White wurde am 26. November 1827 als Ellen Harmon auf einer Farm nahe Gorham, Maine, geboren. Sie hatte sieben weitere Geschwister. Einige Jahre später zog die Familie nach Portland, wo ihr Vater Hüte herstellte, eine Tätigkeit, bei der er durch seine Tochter Ellen unterstützt wurde. Im Alter von sieben Jahren wurde Ellen Harmon durch einen Stein, den ihr einer ihrer Klassenkameraden an den Kopf warf, schwer verwundet. Sie war drei Wochen lang bewusstlos und litt in den anschließenden Jahren an den Folgen dieser Verwundung, wozu u.a. auch gehörte, dass ihre formale Schulbildung abrupt abgebrochen werden musste. Man gab ihr nur noch wenige Jahre zu leben.
Im Alter von 12 Jahren übergab sie 1840 ihr Herz auf einer Zeltveranstaltung der Methodisten dem Herrn Jesus. Zwei Jahre später wurde sie getauft und in die Methodistengemeinde von Portland aufgenommen. Während dieser zwei Jahre besuchte sie auch Veranstaltungen, auf denen die Adventbotschaft – das unmittelbare bevorstehende Kommen Jesu im Jahr 1843/44 – durch William Miller und seine Mitarbeiter gepredigt wurde.
Gleich anderen war auch sie am 22. Oktober 1844, dem für die Wiederkunft Jesu festgesetzten Termin sehr enttäuscht. Sie gab jedoch die Lehre, die sie einmal angenommen hatte, nicht auf, sondern erforschte eifrig die Bibel, um herauszufinden, wo der Irrtum liege. Eines Morgens befand sie sich mit vier anderen jungen Frauen im Gebet, als die Kraft Gottes über sie kam und sie in eine Vision versetzt wurde, in der ihr der Weg der Adventisten gezeigt wurde. Nur sehr widerstrebend kam das 17-jährige Mädchen dem mit dieser Vision verbundenen Auftrag nach, sie anderen bekannt zu machen. Schließlich zog sie jedoch von Ort zu Ort. Sie bekam Botschaften der Ermutigung und des Tadels von Gott mitgeteilt, die sie anderen erzählen sollte, um fanatischen Gedanken, die in dieser Zeit der „Großen Enttäuschung“ besonders weit verbreitet waren, entgegen zu wirken.
Auf einer dieser Reisen lernte Ellen Harmon den jungen adventistischen Prediger James White kennen und lieben. Die beiden heirateten im August 1846. In den ersten Wochen nach ihrer Hochzeit beschäftigten sie sich besonders intensiv mit der kleinen Broschüre „Der siebente-Tags-Sabbat“, die von dem ehemaligen Schiffskapitän Joseph Bates verfasst worden war. Das junge Paar nahm diese Botschaft an und hielt von nun an den Sabbat.
Trotz der Geburt ihres ersten Sohnes Henry und der Tatsache, dass James White zum Unterhalt der jungen Familie lange Zeit gezwungen war, neben dem Predigen auch eine andere Tätigkeit auszuüben (z.B. als Wald-, Feld- oder Bahnarbeiter), reisten die Whites auch weiterhin sehr ausgiebig, um der „verstreuten Herde“ zu dienen und ihnen die von Gott gegebenen Botschaften zu verkündigen und vor allen Dingen die kleine Gruppe der Sabbathalter zusammen zu halten.
Ab 1849 begann James White das spätere adventistische Verlagswerk aufzubauen. Als erste Zeitschrift gab er „Present Truth“ (Die gegenwärtige Wahrheit) heraus, der bald weitere Zeitschriften folgten. Auch seine Frau Ellen begann nun, Artikel in den von ihrem Mann herausgegebenen Zeitschriften zu veröffentlichen. Zudem wurde die erste kleine Broschüre gedruckt, „A Sketch of the Christian Experience and Views of Ellen G. White“ (Ein Abriss der christlichen Erfahrung und Ansichten Ellen G. Whites), die 64 Seiten umfasste und heute einen Teil des Werkes „Frühe Schriften und Erfahrungen und Gesichte“ bilden.
Diese ersten Jahre waren sehr hart und durch Entbehrung und Mangel gekennzeichnet. Eine Wendung zum Besseren kam erst 1855, als die Whites nach Battle Creek, Michigan, umzogen. Bereits 1858 wurde dort eines der Hauptwerke Ellen G. Whites veröffentlicht, das später unter dem Namen „The Great Controversy“ (Der große Konflikt bzw. Der große Kampf) in mehr als 40 Sprachen übersetzt werden sollte. Darin schreibt Ellen White über die Geschichte der frühen Christenheit, die finsteren Zustände des Mittelalters, die erst durch die Reformation erhellt wurden und die Verbreitung der Adventbotschaft. Die zweite Hälfte des Buches bildet eine prophetische Vision über die Zeit bis zur Wiederkunft Jesu und die Schwierigkeiten und Erfahrungen der Gläubigen bis zu dieser Zeit.
Nicht unwesentlichen Anteil hatten die Whites auch an der Gründung der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten im Jahr 1863, die sich in den folgenden Jahren über die gesamten Vereinigten Staaten ausbreitete, wodurch die Reisen der Whites noch weiter zunahmen.
In den 1860er Jahren widmete sich die Familie White insbesondere der Verkündigung der Gesundheitsbotschaft. Kernpunkt dieser Botschaft ist der gesamtheitliche Aspekt, der in den Vordergrund gebracht wurde. Eng verbunden damit waren auch die Betonung einer gesunden Lebensweise (Gewohnheiten, Kleidung), die Frage der richtigen Ernährung und sogar die Gründung von Gesundheitseinrichtungen und Sanatorien.
Zusätzlich wurde auch die Gründung von Schulen und Bildungseinrichtungen wie des 1874 eröffneten Battle Creek College vorangetrieben. Die Whites gingen weiter ausgiebig auf Vortragsreisen. Die Anstrengungen und Krankheiten vor allem der frühen Jahre führten dann 1881 zum Tod von James White, bei dessen Tod Ellen gelobte, das ihr anvertraute Werk fortzuführen. So hielt sie sich zwischen 1885 und 1887 in Europa und von 1891 an neun Jahre in Australien auf.
Im Jahre 1900 kehrte sie schließlich wieder in die Vereinigten Staaten zurück, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. Sie kaufte sich ein Haus in Elmshaven, Kalifornien. Während dieser Zeit war Ellen White besonders aktiv, um die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten vor Gefahren aus der eigenen Mitte zu warnen, die jedoch nicht in dem Maße angenommen wurden, wie dies wünschenswert gewesen wäre. So betrieb sie auf der Generalkonferenz von 1901 besonders das Werk der Reorganisation, das allerdings schon zwei Jahre später wieder rückgängig gemacht wurde. Sie trat dem immer einflussreicher werdenden Arzt Dr. Kellogg entgegen, der versuchte, die Kontrolle über die Gemeinschaft zu erlangen und pantheistische Lehren einzuführen.
Am 16. Juli 1915 starb Ellen White schließlich im Alter von 87 Jahren.
Ellen Whites Selbstverständnis
Stellung der Schriften E.G. Whites
Was Ellen White über sich selbst dachte, wie sie sich und ihr Werk und ihren Auftrag verstand, wird am ehesten aus einigen persönlichen Aussagen von ihr deutlich. Eine markante Aussage in diesem Zusammenhang ist die folgende: „Je näher wir dem Ende kommen und je mehr sich das Werk, das der Welt die letzte Warnungsbotschaft verkündigt, ausbreitet, desto wichtiger wird es für alle, die die gegenwärtige Wahrheit annehmen, ein richtiges Verständnis vom Wesen und Einfluss der Zeugnisse zu bekommen, die Gott in seiner Vorsehung von Anfang an mit dem Werk der dritten Engelsbotschaft verbunden hat.“ (Evangelisation S. 243).
Daraus geht hervor, dass die Frage nach dem Charakter der Schriften Ellen G. Whites, der „Zeugnisse“, von so großer Bedeutung ist, dass sich jeder, der mit dem Adventismus in Berührung kommt, damit auseinandersetzen muss. Eine Beurteilung der Zeugnisse sollte aber vor allen Dingen nach den Resultaten erfolgen, die daraus bedingt sind. „Die Zeugnisse sollen nach ihren Früchten beurteilt werden. Welcher Geist strömt aus ihren Belehrungen? Zu welchen Ergebnissen führt ihr Einfluss? Alle, die es wünschen, können sich mit den Früchten dieser Gesichte vertraut machen. …“ (Ev 247).
Eine Prophetin?
Ellen Whites Aussagen über ihre eigene Stellung scheinen widersprüchlich zu sein. „Einige sind über die Tatsache gestolpert, dass ich gesagt habe, ich würde keinen Anspruch darauf erheben, eine Prophetin zu sein. Sie fragen: Warum ist das so?“ (Ausgewählte Botschaften Band 1 (im Folgenden 1AB), S. 29f.; Selected Messages Vol. 1, S. 32).
So kommen beim ersten Blick auf diese Worte natürlich Zweifel oder zumindest Fragen auf, welcher Art dann ihr Werk war. Ellen Whites eigene Worte machen jedoch klar, dass sie den Anspruch, eine Prophetin zu sein, hauptsächlich aus drei Gründen nicht erhob.
1. Es gab innerhalb der Miller-Bewegung und der Adventbewegung wie auch anderswo immer wieder Menschen, die diesen Anspruch von sich erhoben, ganz offensichtlich jedoch nicht von Gott berufen worden waren. Sie wollte sich damit also offensichtlich von diesen falschen Propheten deutlich unterscheiden. „Warum habe ich nicht darauf bestanden, eine Prophetin zu sein? -- Weil sich in dieser Zeit viele dreist als Propheten ausgeben, die eine Schande für das Werk Christi sind.“ (1AB 30).
2. Viel häufiger bezeichnete Ellen White sich als „Botin des Herrn“, weil diese Bezeichnung ihr Werk genauer beschrieb als das, was gemeinhin unter der Bezeichnung „Prophet“ verstanden wurde. „Mein Werk ist so vielseitig, dass ich mich nicht anders als eine Botin ansehe, gesandt, eine Botschaft vom Herrn an sein Volk zu übermitteln und das Werk auf jedem Gebiet aufzunehmen, das er anweist.“ (1AB 32).
3. Schließlich legte sie aus Bescheidenheit keinen Wert auf den Titel „Prophetin“. „Als ich zuletzt in Battle Creek war, sagte ich vor einer großen Versammlung, dass ich keinen Anspruch darauf erhebe, eine Prophetin zu sein. Zweimal erwähnte ich diesen Punkt und sagte jedes Mal: "Ich beanspruche nicht, eine Prophetin zu sein." Wenn ich es nicht genauso gesagt habe wie jetzt, dann mögen es nun alle verstehen, dass ich sagen wollte, ich lege keinen Wert darauf, als Prophet oder Prophetin betitelt zu werden.“ (1AB 33).
Das alles besagt aber nicht, dass sie nicht den Anspruch erhob, im Namen Gottes zu sprechen. Letztlich geht ihr eigenes Selbstverständnis weit darüber hinaus. So schreibt sie beispielsweise: „Ich erhielt folgende Weisung: Widme dich dem bedeutendsten Werk, das jemals sterblichen Menschen anvertraut worden ist..“ (1AB 37; Hervorhebung eingefügt). Damit stuft sie selbst also ihr Werk als wichtiger als das eines Propheten ein.
Außergewöhnliche Begleiterscheinungen bei Visionen Ellen Whites
Wenn Ellen White sich in einer Vision befand, ließen sich nach dem Zeugnis ihres Mannes James White (und auch vieler anderer) verschiedene Kennzeichen beobachten (James White, Life Incidents in Connection With the Great Advent Movement, S. 272):
1. Sie ist sich völlig unbewusst, was um sie herum vorgeht, wie durch die härtesten Tests gezeigt wurde. Sie sieht sich als von dieser Welt entfernt und in der Gegenwart himmlischer Wesen.
2. Sie atmet nicht. Während der ganzen Dauer einer Vision, die verschiedentlich von 15 Minuten bis zu 3 Stunden dauerten gab sie keinerlei Zeichen einer Atmung von sich. Dies wurde durch die Ausübung von Druck auf ihren Brustkorb und durch das Verschließen von Mund und Nase bewiesen.
3. Wenn sie in eine Vision kommt, versteifen sich ihre Muskeln und Gelenke sofort, so dass sie durch äußere Gewalteinwirkung nicht verändert werden können. Gleichzeitig sind ihre häufigen Bewegungen und Gesten frei und anmutig und können selbst durch die stärkste Person weder verhindert noch kontrolliert werden.
4. Wenn sie wieder aus einer Vision kommt, müssen sich ihre Augen erst an das Licht gewöhnen. Egal, ob sie sich im Tageslicht oder auch nachts in einem gut beleuchteten Raum befindet, kehrt ihr Vermögen, sogar die hellsten Objekte in der Entfernung von nur wenigen Zentimetern zu erkennen, erst allmählich zurück. Manchmal ist es erst nach drei Stunden wiederhergestellt.
Diese Begleitumstände deuten eindeutig darauf hin, dass während dieser Zeiten eine übernatürliche Macht an und durch Ellen G. White wirkte, denn eine natürliche Erklärung für diese Phänomene ist nicht vorstellbar.
Inspiration
Ellen White identifiziert diese übernatürliche Macht, wenn sie an verschiedener Stelle in ihren Schriften Aussprüche prägt wie „der Herr zeigte mir…“ (z.B. 1AB 190; Ev 489), „mir wurde gezeigt…“ (z.B. 1AB 21; Bibelkommentar S. 150), „ich sah…“ (Erfahrungen und Gesichte [im weiteren abgekürzt als EG] S. 20; Geschichte der Erlösung S. 392) und ähnliche. So sagt sie beispielsweise in Erfahrungen und Gesichte S. 11: „Während des Gebetes kam die Kraft Gottes über mich wie nie zuvor, und ich wurde in einem Gesicht zu der Herrlichkeit Gottes entrückt.“ (Hervorhebung eingefügt).
Ellen White nimmt also für sich explizit in Anspruch, von Gott inspiriert worden zu sein. „Wenn der Heilige Geist irgend etwas offenbart, … wie dies in der Vergangenheit durch mich geschehen ist, dann sollte diese Botschaft von denen, die sie brauchen, als göttliches Licht angesehen werden.“ (1AB 37; Hervorhebung eingefügt). Damit verleiht sie ihren Aussprüchen und Schriften ein Gewicht, das sie auf dieselbe Ebene stellt wie die Propheten des Alten Testaments. „Vor alters redete Gott durch den Mund von Propheten und Aposteln zu den Menschen. Heute spricht er zu ihnen durch die Zeugnisse seines Geistes. Zu keiner Zeit hat Gott seinem Volk eindringlichere Unterweisungen über seinen Willen und über den Weg, den es zu gehen hat, gegeben als gerade jetzt.“ (Ev 243; Hervorhebung eingefügt).
Dementsprechend kritisch sieht sie es auch, wenn ihr Anspruch, wie in der Adventgeschichte häufig geschehen, angezweifelt wird. „Wenn Menschen es wagen, das Wort Gottes zu kritisieren, dann wagen sie sich auf heiligen Boden. Sie würden ihre Weisheit besser mit Furcht und Zittern als Torheit verbergen. Gott hat keinen Menschen zur Kritik an seinem Wort aufgerufen. Keiner hat das Recht, Teile der Schrift als inspiriert zu bezeichnen und andere als nicht inspiriert zu entehren. Genauso sind die Zeugnisse behandelt worden. Aber das ist nicht das Wirken Gottes.“ (1AB 21).
Logischerweise fordert sie aus diesem Selbstverständnis heraus eine Befolgung der Zeugnisse. „Wir müssen ... den Weisungen folgen, die durch den Geist der Weissagung gegeben werden. Wir müssen die Wahrheit für diese Zeit lieben und ihr gehorchen. Das wird uns vor der Annahme von Irrtümern bewahren. Gott hat durch sein Wort zu uns gesprochen. Er hat zu uns geredet durch die Zeugnisse an die Gemeinde und durch die Bücher, die uns helfen, unsere gegenwärtige Pflicht und die Stellung klarzulegen, die wir jetzt einnehmen müssen.“ (Ev 247; Hervorhebung eingefügt).
Zurück zur Bibel
Damit soll jedoch nicht zum Ausdruck gebracht werden, dass Ellen White ihre Schriften an die Stelle der Bibel setzen wollte. „Die Zeugnisse von Schwester White sollten nicht an die erste Stelle gesetzt werden. Gottes Wort ist der unbeirrbare Maßstab. Die Zeugnisse sollten nicht den Platz des Wortes einnehmen. … Alle sollten ihren Standort anhand der Schrift prüfen und jeden Punkt der als Wahrheit ausgerufen wird, am geoffenbarten Wort Gottes nachweisen.“ (Evangelisation S. 243; Hervorhebung eingefügt).
Der Zweck der Zeugnisse ist vielmehr ein anderer: „Um nun Männern und Frauen keine Entschuldigung zu lassen, erlässt Gott klare und bestimmte Zeugnisse, um sie zu dem Wort zurückzuführen, dessen Befolgung sie vernachlässigten. Das Wort Gottes ist reich an allgemeinen Grundsätzen zur Gestaltung richtiger Lebensgewohnheiten; die allgemeinen und persönlichen Zeugnisse sind dazu bestimmt, die Aufmerksamkeit besonders auf diese Grundsätze zu lenken.“ (Evangelisation S. 243). Diese Zurückführung auf die Bibel beschreibt Ellen White auch noch in dem Vergleich mit Sonne und Mond: „Wenig Beachtung ist der Bibel geschenkt worden, und deshalb hat der Herr ein kleineres Licht gegeben, um Männer und Frauen zu dem größeren Licht zu führen.“ (Ev 243). Die Bibel stellt hier die Sonne dar, auf deren Licht der Mond – die Zeugnisse – hinweisen sollen.
Von Gott oder Satan
„Entweder belehrt Gott seine Gemeinde, rügt ihr Unrecht und stärkt ihren Glauben, oder er tut es nicht. Entweder ist dieses Werk von Gott oder es ist nicht von ihm. Gott tut nichts mit Satan gemeinsam. Mein Tun trägt darum entweder den Stempel Gottes oder den des Feindes. In dieser Hinsicht gibt es keine Halbheiten. Die Zeugnisse stammen entweder vom Geiste Gottes oder aber vom Teufel.“ (Ev 247). Es verhält sich mit den Zeugnissen also letztlich ähnlich wie mit der Bibel: beide sind nicht einfach nur gute Werke, sondern sie stammen entweder von Gott oder von Satan – mit allen Konsequenzen, die daraus erwachsen: Gehorsam, wenn sie von Gott sind; völlige Ablehnung, wenn sie von Satan stammen.
Konsequenz
Diese Schlussfolgerung stimmt völlig mit dem überein, was in der Bibel als Kennzeichen des letzten Volkes Gottes angegeben wird:
Offenbarung 12,17: „Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, Krieg zu führen mit den übrigen ihrer Nachkommenschaft, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu haben.“
Offenbarung 19,8 „…Bete Gott an! Denn das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung.“
Damit wird der Gehorsam gegenüber Bibel (Halten der Gebote) und den Schriften Ellen Whites (Zeugnis Jesu) verbindlich. Bibel und Zeugnisse haben verschiedene Aufgaben, beide aber dienen als Einheit dazu, Gottes letztem Volk seinen Willen zu offenbaren. „Gott führt ein Volk [aus Babylon] heraus und gründet sie auf der einen großen Plattform des Glaubens, der Gebote Gottes und des Zeugnisses Jesu.“ (Testimonies for the Church, vol. 3, S. 447; Hervorhebung eingefügt).
Es lässt sich also zusammenfassend sagen, dass Ellen White niemals für sich beanspruchte, als Prophetin angesprochen oder behandelt zu werden, sie jedoch andererseits immer darauf hinwies, sie habe ihren besonderen Auftrag von Gott erhalten, um SEIN Endzeitvolk auf die nahe bevorstehende Ankunft Jesu vorzubereiten.
„Ich nahm die teure Bibel und umgab sie mit den verschiedenen Zeugnissen für die Gemeinde, die Gott seinem Volk gegeben hat. Ich sagte: Hier ist für fast alle Fälle Vorsorge getroffen. Die Sünden, die sie meiden sollen, sind genau bezeichnet. Der Rat, den sie wünschen, ist hier zu finden, und auch für andere Fälle gegeben, die den ihren ähneln. Es hat Gott gefallen, euch eine Lehre nach der anderen und eine Anweisung nach der anderen zu erteilen. Aber nur wenige von euch wissen wirklich, was die Zeugnisse enthalten. Ihr seid nicht mit der Heiligen Schrift vertraut. Wenn ihr im Worte Gottes geforscht hättet mit dem Verlangen, dem Maßstab der Bibel gerecht zu werden und die christliche Vollkommenheit zu erlangen, hättet ihr die Zeugnisse nicht nötig. Weil ihr es versäumt habt, mit dem von Gott eingegebenen Buch bekannt zu werden, hat er versucht, euch durch einfache und direkte Zeugnisse zu erreichen und eure Aufmerksamkeit auf die Worte der Inspiration zu lenken, denen ihr nicht gehorcht habt. Durch sie mahnt er euch dringend, euer Leben in Übereinstimmung mit ihren reinen und heiligen Lehren zu bringen.“ (Zeugnisse für die Gemeinde, Bd. 5, S. 695; Hervorhebungen eingefügt).
Die Wahrheit über angebliche Plagiate
aus "The White Truth" - Einige Klarstellungen über Ellen G. White und ihr Werk
Die Fragestunde verlief angeregt. Leute brachten ihre Freude zum Ausdruck, dass das Seminar über den Geist der Weissagung mit solcher Offenheit und Objektivität abgehalten worden war. Der Gesprächsleiter versuchte die Diskussion in Gang zu halten, er lenkte die Fragen auf alle Gebiete, die den Versammelten Schwierigkeiten bereiten mochten. Schließlich erhob ein Gemeindeleiter die Hand und bat um Gehör.
„Wir haben heute viele wertvolle Informationen bekommen, die uns wirklich helfen", sagte er. „Aber wir würden gerne mehr über die angeblichen Plagiate erfahren. Könnten wir in diese Fragen eingeweiht werden?"
„Das ist eine gute Frage, auf die wir eingehen wollen", lautete die Antwort. An diesem Tag ließen sich die Zuhörer nicht durch Vorwürfe, es seien Plagiate begangen worden, aus dem Gleichgewicht werfen. Sie glaubten, auf diese Fragen müsse es Antworten geben. Sie wollten die Antworten hören. Und es gab sie.
Wir haben bereits herausgefunden, dass Ellen White selbst in ihrer Einleitung zum Buch „Der große Kampf" erklärt hatte, weshalb sie beim Verfassen ihrer Bücher historische und religiöse Werke anderer Autoren benutzt, ja, wie einige meinten, „allzu freizügig benutzt" hatte. Sie verwandte Material aus historischen und religiösen Werken, um die Einzelheiten ihres Themas, „der große Kampf", besser herausarbeiten zu können. Warum tat sie dies?
Wir sehen im letzten Teil ihrer Einleitung, wie klar sie das Ziel ihres Buches herausstellt:
1. die Szenen des großen Kampfes zwischen Wahrheit und Irrtum zu schildern;
2. die List Satans aufzudecken und Mittel zu zeigen, mit deren Hilfe man ihm erfolgreich widerstehen kann;
3. eine befriedigende Antwort auf das Problem des Bösen zu bieten;
4. die Gerechtigkeit und Güte Gottes in ihrer ganzen Fülle vor Augen zu malen;
5. und zu zeigen, dass Gottes Gesetz heilig und unveränderlich ist.
Wie wir sehen hatte sie nicht die Absicht, ein Geschichtsbuch zu verfassen. Die Ziele, die sie hatte, sind hier klar und offen ausgeführt. Wenn sie anderes Quellmaterial benutzte, um diese Ziele zu erreichen – wer dürfte da sagen, sie hätte kein Recht dazu gehabt? Die Maßstäbe unserer Zeit auf die Autoren des 19. Jahrhunderts anzuwenden ist weder fair noch angemessen. Noch schlimmer ist es, ihnen Unehrlichkeit zu unterschieben und dabei das provokante Wort „Plagiat“ oder „Plagiarismus“ fallen zu lassen, Plagiarismus, wie wir ihn heute verstehen. Obwohl von einigen ihrer Zeit der Vorwurf erhoben wurde, Ellen White habe Plagiate begangen, wurden in Wirklichkeit zu keiner Zeit irgendwelche Anklagen dieser Art vor einen Gerichtshof gebracht – weder von einem Autor, noch von einem Verleger. Kein Prozess ist jemals dagegen angedroht worden. Man hätte keinen Rechtsfall daraus machen können. Nach dem Urteil von Rechtsanwälten, die sich mit dem heutigen Copyright beschäftigen, könnte Ellen White nicht als „Plagiatorin“ bezeichnet werden, auch wenn die strengeren Maßstäbe der 1980er angewendet würden.
Das Thema des „Borgens“ in der Literatur muss in der richtigen Perspektive gesehen werden, wie dies Professor W.A. Edwards von der Cambridge-Universität nahe legt: „Die Gewohnheit eines Homer, Sophokles, Bach, Burns oder Molière zwingt uns zur Überlegung, dass das Entlehnen von anderen die Grundlage großer Kunst sein kann, aber die bloße Tatsache, dass entlehnt wurde, sagt an sich noch gar nichts aus. Wir müssen weitergehen und fragen, wie das entlehnte Material oder die geborgte Methode verwendet worden ist. Dabei werden wir feststellen, dass es viele Grade von Erfolg und Fehlschlag beim Entlehnen gibt und dass ein echter Künstler auf diesem Gebiet seine Größe ebenso zeigt wie auf jedem anderen . . .
Ohne seine Eigenständigkeit und seine Rechtschaffenheit einzubüssen, kann ein echter Künstler Ideen, Themen und Methoden und manchmal sogar die genauen Worte von anderen entlehnen; aber dieses Entlehnen muss schöpferisch geschehen, wenn er sich nicht harter Kritik aussetzen will. Er muss so eigenständig denken können, dass er alles Entlehnte umgestaltet, und er muss das 'Gestohlene' in ein Ganzes zusammenschweißen, das einzigartig ist und sich von der 'Quelle', aus der es genommen wurde, vollkommen unterscheidet. 3
Ich behaupte, dass die Bücher der „Entscheidungsserie" zweifellos diesen Kriterien entsprechen. Ich habe viele Biographien über Jesus gelesen, aber keines dieser Bücher hat mich jemals dazu bewegt, aus Liebe zu Jesus auf meine Knie zu fallen, wie es das Buch „Das Leben Jesu" bewirkt hat. Keine Kirchengeschichte hat in mir den Wunsch erweckt, vorbereitet zu sein auf die trübselige Zeit oder auf die Wiederkunft des Herrn, wie es das Buch „Der große Kampf" getan hat. Keine historischen Dokumente haben den Vorhang beiseite gezogen und mir einen Blick auf die Tätigkeit der übernatürlichen, unsichtbaren Geistesmächte erlaubt, die hinter den Kulissen die menschlichen Ereignisse beeinflussen. Manche haben das politische Ränkespiel aufgezeigt oder die Intrigen von Menschen und Nationen, aber niemals so, wie die Offenbarung des Spiels und Gegenspiels von guten und bösen Mächten, von Christus und Satan, die miteinander um die Seelen der Menschen im Streit liegen, wie wir es in „Patriarchen und Propheten" oder im Band „Propheten und Könige" nachlesen können. Kann man das Kapitel „Getreu bis in den Tod" im Buch „Das Wirken der Apostel" lesen, ohne sich tief gedrungen zu fühlen, sich dieser Gruppe treuer Gotteszeugen anzuschließen?
Wenn jemals aus weltlichen oder religiösen Geschichtswerken entlehntes Material in Bücher von außergewöhnlicher erbauender Schönheit umgewandelt' oder zu einem als gefühlsmäßig einheitlich empfundenen Ganzen verschmolzen wurde, das sich völlig in seiner Absicht, Wirkung und seinem Charakter von solchen Hilfsquellen unterscheidet, dann gilt dies für die „Entscheidungsserie". Diese Bücher stehen als einmaliges Beispiel eines literarischen Werkes da, das vor sämtlichen Vorwürfen eines geistigen Diebstahls gefeit ist sogar angesichts der strengen Maßstäbe, die moderne Copyright Rechtsanwälte anlegen.
Noch einer anderen Wahrheit müssen wir uns stellen: Es ist nicht unsere Aufgabe, zu bestimmen, wie Inspiration eigentlich funktionieren sollte. Vielmehr sollten wir in Demut zu erforschen suchen, wie sie gewirkt hat. Es ist nichts Neues, wenn Apostel und Propheten geführt vom Heiligen Geist historisches Material benutzt haben, um damit Gottes Absichten zu verkünden. Bemerkenswert ist die folgende Stelle aus dem Lukasevangelium: „Schon viele haben versucht, die Ereignisse darzustellen, die Gott unter uns geschehen ließ und die wir durch die Berichte der Augenzeugen kennen, die von Anfang an alles miterlebten und den Auftrag erhielten, die Gute Nachricht weiterzugeben. Darum habe auch ich mich dazu entschlossen, alles, bis hin zu den ersten Anfängen, sorgfältig zu erforschen und es für dich, verehrter Theophilus, in guter Ordnung niederzuschreiben. Ich tue das, damit du die Zuverlässigkeit der Lehre erkennst, in der man dich unterwiesen hat." (Lukas 1, 1 4, Die Gute Nachricht.)
Diese Stelle verdient es, wieder und wieder gelesen zu werden. Es steckt so viel darin, dass es sich lohnt, sie Punkt für Punkt zu zergliedern. Lukas war ein bekehrter Heide und hatte wahrscheinlich Christus nie persönlich gesehen. Vielleicht hatte er Johannes, den Schreiber der Offenbarung, gesehen, der den Herrn gekannt hatte und noch am Leben war, als Lukas im Dienst stand; aber sicher wissen wir das nicht. Ohne Zweifel erfuhr er viele Dinge über den Heiland von seinem geliebten und geschätzten Paulus. Aber gilbst Paulus hatte nur wenig über den Herrn „aus erster Hand erfahren wenn überhaupt etwas , denn er wurde erst einige Jahre nach der Kreuzigung ein Nachfolger Jesu. Der Herr hätte dem Lukas in Visionen zeigen können, wie Christi Leben und Wirken verlaufen war, so dass er keine anderen Quellen gesucht hätte. Ob Gott dies tat oder nicht, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass Lukas aus vielen anderen Quellen geschöpft hat, wie er selber berichtet.
Zweifellos hörte Lukas die mündlichen Überlieferungen, die über den Heiland im Umlauf waren, und verglich sie mit den geschriebenen Biographien. Er sprach persönlich mit anderen Augenzeugen. Lukas überprüfte alle diese Berichte aufs Genaueste und bemühte sich, sie in die richtige Zeitfolge zu bringen. Sein Buch wurde eine in der Christenheit allgemein anerkannte Sammlung von Berichten über Ereignisse der jüngsten Vergangenheit, eine Zusammenstellung von Tatsachen, die von niemandem bezweifelt werden konnten. Ferner ordnete er diese Berichte mit einer bestimmten Absicht: Er wollte die Gläubigen in der „Wahrheit" bestärken und festigen, die sie gelehrt worden waren.
Dieser ganze Vorgang und auch die Zielsetzung haben verblüffende Ähnlichkeit mit der Arbeitsweise und der Absicht Ellen Whites, als sie die Geschichte des großen Kampfes zwischen Christus und Satan niederschrieb. Lukas legte das Prinzip fest, dass inspirierte Schreiber auch aus anderen Quellen schöpfen können als aus Visionen vom Herrn, selbst wenn sie etwas schreiben, das später die „Heilige Schrift" wurde. Wenn sie ihre Botschaften darbieten, müssen sie sich nicht ausschließlich auf göttliche Offenbarungen beschränken. Was auf das Lukasevangelium zutrifft, gilt ohne Zweifel auch bei den anderen Evangelien des Neuen Testamentes.
Wenn wir heute dem Vorwurf des Plagiats begegnen, sollten wir uns zunächst nicht davon beunruhigen lassen, dass ein Prophet oder eine Prophetin gewisse Hilfsmittel verwendet, um seine oder ihre Botschaft darzulegen. Die dem Propheten innewohnende Autorität liegt darin, dass er bei der Auswahl des Materials von Gott geführt wird und nun daraus ein Dokument schafft, das „einzigartig ist und sich von der Quelle, aus der es genommen wurde, vollkommen unterscheidet". Ellen Whites einführende Erklärung zu ihren Büchern deckt sich völlig mit der Einleitung, die Lukas zu seinem Evangelium schrieb.
1835 schrieb John Harris, ein Autor, den Ellen White mit Bewunderung las und aus dessen Werken sie etliches entlehnte: „Angenommen, ein inspirierter Prophet würde jetzt in der Kirche aufstehen, um dem Kanon der biblischen Bücher etwas hinzuzufügen welch ein Babel an unterschiedlichen Meinungen fände er vor, Ansichten über fast jedes theologische Thema! Und wie sehr wahrscheinlich wäre es, dass sein Dienst bloß darin bestehen oder darin zu bestehen scheinen würde, diejenigen unter diesen Meinungen auszuwählen und gutzuheißen, die mit Gottes Willen übereinstimmten. Absolute Eigenständigkeit scheint fast unmöglich zu sein. Der erfinderische Geist des Menschen hat bereits spekulative Anschauungen in fast jeder vorstellbaren Form dargestellt und damit die Zukunft ihres gerechten Anteils an Neuheiten beraubt, sie vorweggenommen. Er hat selbst einem gottgesandten Boten wenig anderes zu tun übriggelassen, als einige dieser Ideen zu nehmen und sie mit dem Siegel des Himmels zu versehen." 4
Wenn wir zu den Details der rechtlichen Aspekte des Plagiats kommen, ist es möglich, zu den „nackten Wurzeln" zurückzugehen und festzustellen, was in der Zeit des Wirkens von Ellen White als solches galt und was nicht. Es geht hier nicht um Mutmaßungen oder Ansichten.
Gar nicht weit von meinem Haus entfernt, nur gerade um die Ecke, wohnt ein angesehener Richter unserer Stadt. Neulich fand ich ihn im Garten, als er mit seinen Obstbäumen beschäftigt war. Nach einigen Belanglosigkeiten über Avocados, Orangen f und Pfirsiche stellte ich ihm Fragen wegen der rechtlichen Aspekte des Plagiats im 19. Jahrhundert. Zufällig hatte er gerade über dieses Thema einige Untersuchungen angestellt und hatte ein großes Bündel Photokopien aus der juristischen Bibliothek zur Hand. Ich hatte wirklich Glück an diesem Tag! Kommt mit mir in den Garten des Richters und hört, was er im Wesentlichen auf meine begierigen Fragen antwortete.
Welche Elemente müssen vorhanden sein, damit jemand wegen eines Plagiats verurteilt werden kann?
Das hängt bis zu einem gewissen Grad von der Art der Hilfe ab, die der Kläger sucht. Wenn jemandes literarisches Werk von einem anderen unrechtmäßigerweise angeeignet wurde, dann kann der Autor rechtliche Schritte unternehmen, damit diese Gesetzesübertretung gestoppt wird. Er kann zum Beispiel eine einstweilige Verfügung gegen die weitere Veröffentlichung dieses Werkes erwirken. Der Besitzer (Urheber) muss bei solchen Schritten im Allgemeinen dreierlei beweisen:
1. dass er der Besitzer des schätzbaren Eigentums ist;
2. dass das Material unerlaubt kopiert wurde und
3. dass der Besitzer durch dieses Kopieren geschädigt wurde.
Können Sie mir das Plagiat ganz allgemein definieren?
Ein Plagiat ist die unerlaubte Aneignung und/oder die Benützung geschützten literarischen Eigentums.
Haben wir in den Vereinigten Staaten schon immer Copyright Gesetze gehabt?
Ja, aber nicht im Sinne unserer heutigen Copyright-Gesetze. Amerika übernahm das ungeschriebene englische Gewohnheitsrecht, zu dem auch das ungeschriebene Copyright Gewohnheitsrecht gehörte. Der Urheber wurde dahingehend geschützt, dass er vor der Veröffentlichung allein über sein Werk verfügen konnte, aber nach der Veröffentlichung galt sein Werk als Allgemeingut.
Haben wir dieses System in die amerikanische Verfassung hereingenommen?
Artikel 1, Abschnitt 8 der Verfassung gibt dem Kongress die Vollmacht, den Fortschritt der Wissenschaft und der nützlichen Künste dadurch zu fördern, dass den Autoren und Erfindern für beschränkte Zeit das ausschließliche Recht an ihren Schriftwerken und Entdeckungen gesichert wird.
Wollen Sie damit sagen, dass wir also zwei verschiedene Gruppen von Gesetzen haben, die nebeneinander ihre Funktion erfüllen?
Ja, das stimmt. Das ungeschriebene englische Gewohnheitsrecht ist in Amerika selbst heute noch Gesetz außer in Fällen, wo der Kongress oder die Bundesstaaten bezüglich des fraglichen Themas Vorschriften erlassen haben oder wo Appellationsgerichte maßgebliche Entscheide gefällt haben.
Wie viel Schutz bietet das ungeschriebene Gewohnheitsrecht vor dem Plagiat?
Nur wenig. Die ursprüngliche Absicht war, Eigentumsrechte über das Buch selbst oder das Manuskript bis zur ersten Veröffentlichung zu schützen. Danach gab es praktisch keinen Schutz mehr.
Wenn der Kongress ein Copyright Gesetz erließe, würde dieses an die Stelle des Gewohnheitsrechtes treten?
Ja. Als aber der Kongress im Jahre 1790 das erste Copyright-Gesetz in Kraft setzte, war es eigentlich nur ein Inkraftsetzen des englischen Gewohnheitsrechtes in Form von spezifischen Vorschriften. Als aber die Gerichte immer häufiger angerufen wurden, um in Streitfällen über literarisches Eigentum zu vermitteln, erließ der Kongress 1909 ein erstes umfassendes Copyright Gesetz, und im Jahre 1976 wurden die nächsten umfassenden Bearbeitungen des Gesetzes vorgenommen.
Können Sie mir erklären, wie es sich in der Praxis ausgewirkt hat?
Dem Copyright Gesetz vor 1909 lag das Prinzip zugrunde, dass durch Veröffentlichung ein Werk zum Allgemeingut wurde. Das umfassende Copyright Gesetz von 1909 legte detaillierte Vorgehensweisen fest, durch welche Autoren das ausschließliche Recht erhalten konnten, ihr Werk zu drucken, wieder aufzulegen, zu veröffentlichen, zu vervielfältigen und zu verkaufen. Wenn der Autor alle Regeln des Copyright Gesetzes erfüllt, ist sein Werk für die Dauer von 28 Jahren geschützt.
Wissen Sie, ich frage aus einem ganz bestimmten Grund. Eine Autorin aus der Frühgeschichte der Adventgemeinde, Frau Ellen G. White, veröffentlichte bis zu ihrem Tod 1915 viele Bücher, von denen die meisten vor 1909 gedruckt worden. Kritiker haben ihr vorgeworfen, Plagiate begangen zu haben, weil sie in diesen Büchern viele andere Autoren zitierte oder aber größere Mengen Material aus deren Büchern zusammenfasste und frei wiedergab, die Namen dieser Schriftsteller gewöhnlich aber nicht erwähnte. Nun, Sie sind Richter. Würden Sie in dieser Vorgehungsweise einen Verstoß gegen die Copyright Gesetze sehen?
Nein. Vor 1909 gab es eigentlich kein Gesetz dagegen. Selbst nach 1909 hätte durch eine richterliche Verfügung festgestellt werden müssen, dass der Autor dadurch einen finanziellen Verlust erlitten habe.
Ich würde Ihnen gerne eine Erklärung vorlesen, die Frau White selbst gab bezüglich ihrer Verwendung historischer und religiöser Werke zu ihrer Zeit. (Ich las dem Richter aus der Einführung zum Buch „Der große Kampf", Ausgabe 1888, vor.) Finden Sie das ausreichend?
Für die damalige Zeit war das angemessen.
Meines Wissens hat sie ziemlich viel frei wiedergegeben, ohne die Quellen anzugeben. Hätte sie damit gegen eine Vorschrift verstoßen? Wenn sie ein ganzes Werk frei wiedergegeben hätte, dann vielleicht, aber nicht, wenn es sich bloß um beträchtliche Teile handelte. Das war erlaubt. Wenn verschiedene Werke zitiert wurden, war das im Allgemeinen kein Verstoß, besonders wenn ein wesentlicher Teil des Buches davon unabhängig war oder neue Gesichtspunkte brachte. Auch das war gestattet. Selbst nach dem Gesetz von 1909 musste der Kläger drei Dinge beweisen:
1. dass er der Besitzer war;
2. unerlaubtes Kopieren;
3. Schädigung, die durch dieses Kopieren entstanden war.
Ich denke nicht, dass dies [in ihrem Fall] hätte bewiesen werden können. Allein schon die Tatsache, dass niemand an sie irgendwelche Ansprüche stellte, zeigt, dass hier kein Rechtsfall vorlag. Offensichtlich hat sich niemand beeinträchtigt oder benachteiligt gefühlt.
Da ich voraussetze, dass alle Bücher, aus denen sie zitierte, aus dem 19, Jahrhundert stammten, würde dies die Sachlage verändern? Dann gibt es überhaupt kein Problem. Tatsächlich kümmerten sich die meisten Autoren der damaligen Zeit überhaupt nicht um ein Copyright. Sie vermerkten lediglich Ort und Datum der Veröffentlichung. Solche Bücher waren danach Allgemeingut.5
Damit endete in Nachbars Garten ein überaus aufschlussreicher Nachmittag. Dies sind Fakten, welche Kritiker jener Zeiten kennen sollten. Ich hatte Ellen Whites Rechtschaffenheit noch nie im Geringsten angezweifelt, aber das Urteil einer angesehenen und kompetenten Autorität zu hören und die Bestätigung zu erhalten, dass Frau White nicht gegen die Copyright Vorschriften verstoßen hat, freute mich wirklich. Der Urteilsspruch lautete: Nicht schuldig!
Ihr könnt in einem modernen Wörterbuch das Wort "Plagiat" nachschlagen und den Eindruck erhalten, ihr hättet eine genaue Definition gefunden. Aber wenn ihr durch die Brille eines Rechtsgelehrten schaut, findet ihr, dass dieses Wort nicht unbedingt so verstanden werden muss. Wenn ihr den historischen Blickwinkel einnehmt und die Praxis vor hundert und mehr Jahren überblickt, werdet ihr beim literarischen Entlehnen große Unterschiede finden zu dem, was heute üblich ist.
Wir haben bereits in der Einleitung zum Buch „Der große Kampf" die Frische und Offenheit von Ellen Whites eigenem Verständnis darüber untersucht, wie die prophetische Gabe funktioniert. Dieser Band „Der große Kampf" ist ein echter Segen gewesen und war während der ersten 20 Jahre nach seinem Erscheinen ein großer Erfolg. Während die Druckerpressen in schneller Folge Auflage um Auflage des Buches produzierten, wurde klar, dass der stark abgenutzte Satz für die Ausgabe des Jahres 1911 neu hergestellt werden musste. Da „Der große Kampf" nicht nur Gemeindegliedern, sondern in einem großen Ausmaß auch der Öffentlichkeit verkauft wurde, wurde empfohlen, die neue Ausgabe durch Hinzufügen zusätzlicher Fußnoten zu verbessern. Man hatte auch das Empfinden, dass eine andere Wortwahl an einigen Stellen das Buch davor bewahren würde, zeitlich bald überholt zu sein; auch würde das Buch von Nichtadventisten noch besser aufgenommen. Als man dies alles Ellen White vortrug, ging sie bereitwillig auf die Vorschläge ein und gab Anweisungen zur Verwirklichung.
Ihre ständigen Mitarbeiter und einige speziell zugezogene Berater wurden gebeten, die genaue Quelle jedes Zitates herauszufinden und sorgfältig den Wortlaut zu überprüfen. Man wollte damit dem Wortlaut eine zeitlose Gültigkeit geben und außerdem vermeiden, dass bestimmte Menschengruppen, die im Buch erwähnt wurden, unnötig vor den Kopf gestoßen würden. Als diese langwierige Arbeit beendet war, zeigte sich Ellen White mit den kleinen Retuschen zufrieden und hieß die vorgeschlagenen Änderungen gut. Sie ließ jedoch nicht eine einzige Änderung vornehmen, aus der man schließen könnte, der Grund dafür habe darin gelegen, dass man vorher mit dem Quellenmaterial in einer ethisch zweifelhaften Weise um gegangen sei. Diesbezüglich gab es nie Bedenken. Bereits 20 Jahre zuvor hatte sie in ihrer Einleitung zum verwendeten Material Stellung bezogen, und sie tat dies auch in der neuen Ausgabe wieder, obwohl man hier soweit dies möglich war die Quellen vollständig angegeben hatte.
Seither haben etliche von Zeit zu Zeit kräftig mit der Fahne des Plagiats gewinkt, doch je besser wir über all diese Tatsachen Bescheid wissen, umso besser schneidet Ellen White ab. Die Geschichte der Autorschaft ihrer Bücher reinigt die Luft von den negativen Untertönen, die bei dem Wort „Plagiat" mitschwingen.
Eines Tages saß ich in einer unserer Universitätsbibliotheken und überflog die frühen Jahrgänge der adventistischen Gemeindezeitschrift „Review and Herald". Als ich beim Jahr 1883 angelangt war, fiel mein Blick auf eine Anzeige, in der das Buch von Geikie, „Das Leben Christi", kurz umrissen und zum Kauf angeboten wurde eines der Bücher, die Ellen White zur Hand hatte, als sie selbst über das Leben Christi schrieb. Als ich in der gebundenen Zeitschriftensammlung weiterblätterte, entdeckte ich, dass dieses Sonderangebot, nämlich Geikies 1256seitiges Buch für nur 1,75 Dollar, schon seit mehreren Monaten gültig war. 6
Denkt einmal kurz darüber nach: Wenn Ellen White über das Leben Jesu schreiben und dabei ihre Quellen hätte geheim halten wollen, würde sie dann ein Buch als Quelle verwendet haben, für das laufend geworben wurde? Natürlich nicht.
Meine Neugierde war geweckt. Ich wollte nun gerne wissen, ob im selben Jahr in der Zeitschrift „Signs of the Times" („Zeichen der Zeit") etwas Ähnliches zu finden war. Stellt ich meine Überraschung vor, als ich auf eine Reihe von anzeigen stieß, von denen jede einzelne mehr als 11 cm hoch war. Die Schlagzeilen verkündeten: „Großartige Prämie zusammen mit 'Signs of the Times' für 1883."7
Worin bestand dieses großzügige Angebot, was meint ihr? „Jedem neuen Abonnenten senden wir 'Signs of the Times' für ein Jahr und dazu ein Exemplar des Buches 'Das Leben und die Briefe des heiligen Paulus' (The Life and the Epistles of St. Paul) von Conybeare und Howson zum Abonnementspreis von nur 2,25 Dollar." Sieht das danach aus, als ob Ellen White oder ihr Verleger zu vertuschen suchten, dass sie dieses Werk von Conybeare und Howson benutzte, während sie ihr eigenes Buch „Skizzen über das Leben des Apostels Paulus" („Sketches from the Life of Paul") schrieb, ein Buch, das im gleichen Jahr veröffentlicht werden sollte? Wohl kaum!
Weiter: Erscheint es euch vernünftig, dass Frau White persönlich im Januar 1883 in „Signs of the Times" ein Buch von Conybeare und Howson über das Leben des Apostels Paulus angepriesen hätte und das unmittelbar vor der Veröffentlichung ihres eigenen Buches über dasselbe Thema , wenn sie irgend etwas zu verbergen gehabt hätte? Auch in der Ausgabe vom 22. Februar von „Signs" schrieb sie: „,Das Leben und die Briefe des heiligen Paulus` von Conybeare und Howson betrachte ich als ein sehr verdienstvolles Werk; für einen gründlichen Erforscher der neutestamentlichen Geschichte ist es äußert nützlich." Seltsame Tarnung, würde ich sagen, für eine Autorin, deren Buch im Juni desselben Jahres als Studienhilfe für die Sabbatschule herauskommen sollte. Die Berichte jener Zeit schildern sie als offen und über jede Kritik erhaben. Sie bezeugen ihre Rechtschaffenheit. Es ist mir unverständlich, wie jemand glauben kann, sie hätte sich heimlich mit irgendwelchen Betrugsabsichten tragen können ein Faktor, der nötig ist, um ein Plagiat zu beweisen.
Am 26. Dezember 1882, ungefähr ein Jahr vor dem Erscheinen des 4. Bandes von „Spirit of Prophecy" (diese Reihe war ein Vorläufer der „Entscheidungsserie"), schrieb sie folgende Empfehlung für eine Bücherserie, die sie bei der Abfassung ihrer Kapitel über die Reformation benutzt hatte: „Legt Euch für die langen Winterabende Lesestoff zu. Für alle, die es sich leisten können, wird D'Aubignes ,Geschichte der Reformation des 16ten Jahrhunderts` [„History of the Reformation"] sowohl gewinnbringend als auch anregend sein. Aus diesem Werk können wir Kenntnisse darüber erlangen, wie viel damals im großen Werk der Reformation erreicht worden ist." 8
Interessant? Mehr als das. Frau White hätte ausgesprochen dumm gehandelt, wenn sie Bücher, die sie in ihren nächsten Veröffentlichungen zitieren oder frei wiedergeben wollte, empfohlen und dabei gehofft hätte, ihre Leser darüber im unklaren zu lassen, welche Quellen sie benutzt hatte. Im Lichte solcher Tatsachen wird der Vorwurf eines Plagiats völlig wirkungslos. Als die Bücher veröffentlicht wurden, lagen sowohl ihre eigenen als auch solche, aus denen sie zitiert hatte, zum Verkauf nebeneinander auf dem Verkaufstisch des Review Büros.
Die Verleger der von ihr empfohlenen Bücher müssen sich über diese kostenlose Werbung gefreut haben. Sicherlich hätten sie auf die praktische Frage „Wem schadet das?" geantwortet: „Uns gewiss nicht!" Sie profitierten durch die stark wachsende Nachfrage. Und bedenken wir: Eines der wichtigsten Beweisstücke für ein Plagiat ist der Nachweis finanziellen Schadens. Tausende von Büchern, die zusätzlich verkauft wurden, kann man nur schwerlich als Geschäftsschädigung bezeichnen!
Noch ein anderer Aspekt des Schuldigwerdens wegen eines Plagiats muss betont und geprüft werden. Es betrifft die so genannte moralische oder ethische Frage, um die es geht, wenn Quellen angegeben werden oder nicht. Wir müssen jedoch überlegen, wie ein Prophet die Quellen, aus denen er Wahrheit schöpft, versteht, bevor wir vorschnell urteilen. Oft übersehen die Leser den wahren Grund, warum sich Frau White über das ausführliche Zitieren und Stellenangeben so wenig Gedanken zu machen schien.
Wenn wir durch das Fernglas von Propheten oder Aposteln blicken, wird unser Denken, was die literarischen Quellen anbetrifft, von einem völlig anderen Standpunkt erleuchtet. Im restlichen Teil dieses Kapitels möchte ich mich der Erforschung des Standpunktes des Propheten widmen.
Ellen White hat erklärt, weshalb sie so empfand, wie sie empfand. Sie sagte, sie habe manche Quellen deshalb nicht angegeben, weil die Zitate „nicht dazu angeführt wurden, den betreffenden Verfasser als Autorität hinzustellen".9 Das verblüfft mich, ist es doch genau der entgegengesetzte Beweggrund, aus dem ich zum Beispiel einen Autor zitiere, wenn ich etwas schreibe. Je anerkannter die Autorität ist, die ich anführe, umso glaubwürdiger wirkt auch mein Aufsatz. Aber nicht so bei Ellen White. Die zitierte Aussage ist bedeutsam.
Einen hilfreichen ersten Schritt zum Verständnis, wie eine Prophetin ihr Werk selbst einschätzte, deutet ihr Sohn William C. White an. Er gibt uns folgenden Schlüssel: „Als sie am Anfang ihrer Erfahrung über die Schwierigkeit, Offenbarungen von Wahrheiten, die ihr gegeben worden waren, in menschliche Sprache zu übertragen, oft tief bekümmert war, wurde sie an die Tatsache erinnert, dass alle Weisheit und alle Erkenntnis von Gott kommen. Es wurde ihr versichert, dass Gott ihr Gnade und Führung zuteil werden lassen würde. Es wurde ihr gesagt, dass sie beim Lesen religiöser Bücher und Zeitschriften kostbare Juwelen der Wahrheit finden würde. Diese würden in einer schönen, leicht lesbaren Sprache ausgedrückt sein. Himmlische Hilfe wurde ihr zugesichert, damit sie diese Juwelen entdecken und vom Unrat des Irrtums unterscheiden könnte, denn beides würde oft dicht nebeneinander liegen."
Dieser Absatz gibt uns tiefe Einsicht in ihre Motivation warum sie tat, was sie tat, und warum sie es so tat, wie sie es tat. Der Herr war ihre Autorität. Sie folgte seinen Anweisungen. Langsam beginnen wir, ihre Arbeit mit ihren Augen zu sehen. Ferner gibt es eine direkte Verbindung durch die Wortwahl besonders leicht ersichtlich zwischen der Aussage ihres Sohnes und ihrer eigenen Erklärung, die hier folgt. In diesen Worten wird ihre Ansicht festgelegt, sie folge dem Vorbild Christi, indem sie „Edelsteine der Wahrheit" vom „Unrat des Irrtums" befreite." Beachtet im folgenden Abschnitt diese Ausdrücke, die den Zusammenhang zeigen: „Christus war nicht darüber erhaben, alte und vertraute Wahrheiten zu wiederholen, die in den Weissagungen enthalten waren, wenn sie seiner Absicht entsprachen, [bestimmte] Ideen einzuflössen. Er war der Urheber all dieser alten Edelsteine der Wahrheit. Durch das Wirken des Feindes waren diese Wahrheiten weggedrängt, aus ihrem eigentlichen Zusammenhang gerissen und in einen Rahmen des Irrtums gesetzt worden . . . Es war Christi Aufgabe, die kostbaren Edelsteine in die Fassung der Wahrheit wieder einzupassen und sie dort zu befestigen . . . Christus rettete sie aus dem Unrat des Irrtums, gab ihnen eine neue, lebendige Kraft und bestimmte sie dazu, als kostbare Juwelen zu strahlen und auf ewig festzustehen."
Ist euch aufgefallen, dass die Ausdrücke „Edelsteine der Wahrheit", die vom „Unrat des Irrtums" befreit werden, in beiden Zitaten vorkommen? Bitte behaltet dies im Gedächtnis, wenn ihr jetzt fortfahrt, über die Art und Weise, wie Christus mit Quellen umging, zu folgen. Das ist unbedingt nötig, wenn wir verstehen wollen, warum Ellen White literarisches Material so entlehnt hat, wie sie es tat.
„Christus selbst konnte irgendeine dieser alten Wahrheiten verwenden, ohne auch nur das Geringste davon zu entlehnen, da sie von ihm ausgegangen waren. Er selbst hatte sie in die Gemüter und Gedanken jeder Generation hineingesenkt, und als er dann in unsere Welt kam, ordnete er die Wahrheiten, die unwirksam geworden waren, neu, gab ihnen neues Leben und machte sie kraftvoller, zum Nutzen späterer Generationen. Es war Jesus, der die Kraft hatte, diese Wahrheiten vom Unrat zu lösen und sie der Welt wiederzuschenken leuchtender und frischer als am Anfang.
Als Christus dem Geist [der Menschen] diese Wahrheiten vorlegte, störte er ihre gewohnte Denkweise so wenig als möglich. Dennoch musste eine neue und umwandelnde Art und Weise des Umgangs mit der Wahrheit in ihre Erfahrung hereingebracht werden. Er erweckte darum ihren Geist, indem er ihnen die Wahrheit mittels dessen, was ihnen am bekanntesten und vertrautesten war, vorlegte." 13
Dies ist eine erstaunliche Zusammenfassung, die ihrer Vorstellung von der Autorität der Quellen zugrunde liegt. Für Ellen White ist Christus die erste und letzte Quelle aller Wahrheit, gleichgültig, wo sie auch immer gefunden werden mag. Hier ist die eigentliche Begründung, warum sie sich nicht darum sorgte, Historiker ohne Quellenangabe zu zitieren. Jede Wahrheit, die sie besaßen, stammte ursprünglich von Christus.
Im Lichte dieser umfassenderen Sicht dieser prophetischen Sicht können wir Aussagen wie die folgende leicht einordnen: „Ich verfasse nicht einen einzigen Aufsatz für die Zeitschrift, in dem ich nur meine eigenen Gedanke ausdrücke. Sie sind das, was Gott mir vorher in Visionen gezeigt hat die kostbaren Lichtstrahlen, die vom Throne Gottes scheinen." 14
Die umfassendere Sicht unterstreicht, dass obige Behauptung wahr und angemessen ist. Nichts Verwerfliches, kein Betrug, kein Plagiat und keine Lügen liegen vor. Dieses Konzept ist weit genug gefasst, um alle Aufsätze und Bücher einzuschließen, die sie verfasste, um ihren göttlichen Auftrag zu erfüllen und das gilt sogar von ihren Briefen.
Wir machen den Schreibern der Bibel, die Quellen freizügig verwendet haben, nicht den Vorwurf, Plagiatoren zu sein. Weder Paulus, der griechische Dichter zitierte, noch Lukas, der seine Biographie über Christus aus Berichten anderer zusammenstellte. Wir können auch Ellen White nicht anklagen, weil sie „Edelsteine der Wahrheit" gerettet hat. Keiner dieser edlen Menschen war ein Plagiator.
Wenn es darum geht, zu entscheiden, ob man Ellen G. White glauben soll oder nicht, ist es besser, dies aufgrund ihres segensreichen Schaffens, aufgrund der Kreativität und Geschlossenheit, mit der sie biblische Wahrheiten darlegt, zu tun, als auf der Basis ihres gelegentlichen Gebrauches nichtinspirierter Quellen. Wir werden geistliches Leben und reichen Segen erfahren, wenn wir den Aufruf König Josaphats befolgen: „Glaubet an den Herrn, euren Gott, so werdet ihr sicher sein, und glaubet seinen Propheten, so wird es euch gelingen." (2. Chronik 20, 20.)
Ellen Gould White und der Geist der Weissagung
Weil dies ein umstrittenes Thema ist, möchte ich hier für alle, die sich noch nicht damit beschäftigt haben, eine Studienmöglichkeit bieten. Ich kann jedoch bezeugen, dass sich alle Verleumdungen, Gerüchte und Vorurteile in Rauch auflösen, wenn man sich mit dem Leben von Ellen White auseinandergesetzt hat. Zunächst aber soll dargelegt werden, wie der Heiligen Schrift gemäß ein Prophet zu identifizieren ist, bevor ich auf E.G. White eingehe.
Woran erkennt man einen echten Propheten?
Es ist wichtig zu wissen, woran man echte Propheten erkennt, bevor man überhaupt einen Propheten als falsch einstufen oder verleumden kann. Jedoch betrachten die meisten der Christen diese biblischen Fakten sehr oberflächlich, anstatt die Heilige Schrift, die das inspirierte Wort Gottes ist, zu studieren und darin zu forschen, ob es sich auch so verhält; wie z.B. die edlen Beröa in (Apg. 17,11).
(1) “Und er (Gott selbst) sprach: Hört doch meine Worte! Wenn ein Prophet des Herrn unter euch ist, dem will ich mich in einem Gesicht zu erkennen geben, im Traum will ich mit ihm reden.” (4. Mose 12,6)
Durch diese Schriftstelle ist das erste Kriterium, dass ein wahrer Prophet Gottes vorweisen muss, entweder eine Vision / Gesicht oder einen Traum, worin Gott persönlich zu Ihm gesprochen hat.
(2) Darüber hinaus muss die Botschaft eines wahren Propheten stets völlig in Einklang mit der Heiligen Schrift stehen. Auch darf sie nicht gegen das Gesetz Gottes sein. “Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? ... Hin zum Gesetz und zur Offenbarung! Wenn sie nicht nach diesem Wort sprechen, dann gibt es für sie keine Hoffnung. Man wird ohne Hoffnung umherziehen, bedrückt und hungrig.” (Jesaja 8,20) “Ihr König und ihre Obersten sind unter den Nationen, es gibt kein Gesetz mehr. Auch ihre Propheten erhalten kein Gesicht von dem HERRN.” (Klagelieder 2,9)
Der Vers in den Klageliedern sagt auch aus, dass beim Brechen des Gesetzes, die Propheten keine Gesichte mehr erhalten. Somit gibt es auch keine Propheten, die nicht auf die 10 Gebote hinweisen, einschließlich des siebenten Tages, des Sabbats. Wo das Gesetz (die Gebote) nicht hoch gehalten werden, gibt es auch keine echten Propheten.
(3) Die Voraussagen eines echten Propheten müssen sich erfüllen: “Und wenn du in deinem Herzen sagst: ‘Wie sollen wir das Wort erkennen, das nicht der HERR geredet hat?’, wenn der Prophet im Namen des HERRN redet, und das wort geschieh nicht und trifft nicht ein, so ist das das Wort, das nicht der HERR geredet hat. In Vermessenheit hat der Prophet es geredet; du brauchst dich nicht vor ihm zu fürchten.” (5.Mose 18,21.22)
Hier wird deutlich, dass die Voraussage sich in der Tat erfüllen muss und wenn es ein wahres Wort ist, dass der Prophet gerdet hat, dann sollen wir den Propheten mit seinem Wort Erfurcht erweisen. Ein Prophet darf auch nicht nur zufällig etwas weissagen, was in Erfüllung geht, sondern alles muss sich in Wahrheit erfüllen. Nostradamus hat z.B. seine Visionen unter Drogeneinfluss bekommen. Er hat weder auf das Gesetz Gottes verwiesen, noch nach dem Geist der Weissagung gelebt. Also muss ich ihn ganz ablehnen, auch wenn einiges in Erfüllung ging.
(4) Ein wahrer Prophet tröstet (zum Beispiel als Israel in Gefangenschaft war) oder er erbaut Gottes Volk (z.B. Einnahme des verheißenen Landes) oder er warnt bzw. ermahnt (z.B. Hesekiel 2 oder Offenbarung 13). In erster Linie auferbaut er aber die Gemeinde durch seine Wegweisung von Gott (1.Korinther 14, 3-5).
(5) Ein Prophet ist christozentrisch und stellt Jesus als den Sohn Gottes dar (1. Johannes 4,15 und Lukas 24,27).
(6) Der wahre Prophet spricht mit Vollmacht (Matthäus 7,29). Er deckt auf, was falsch und was richtig ist. Aus diesem Grunde wurden sie auch gemieden, verleumdet, gehasst, geschlagen, gesteinigt und auseinandergesägt!
(7) Ein wahrer Prophet bringt gute Frucht hervor (Matthäus 7,20 und Galater 5,22)
(8) Und ein Kriterium ist so wichtig, dass es von keinem Menschen und nicht einmal von dem Teufel selbst gefälscht werden kann! Hier wird Gottes Führsorge sichtbar, für sein Volk, auf dass sie nicht verführt werden können! Damit hat der Widersacher sein größtes Problem und versucht die Beweise auch in vielen neuen Bibelübersetzungen zu ändern! Achtet ganz genau in Euren Bibeln darauf, dass sie auf dem “Textus Rezeptus” basieren; ansonsten sind diese Kriterien oft weg, oder sie wurden umgedreht! Gleich mehr dazu...
Bei einem wahren Propheten treten in der Vision physische (körperliche) Phänomene auf:
a) Die Augen eines Propheten sind während der Vision offen, wie in 4.Mose 24,4 (Schlachter 2000) bezeugt wird: “so spricht der, welcher die Worte Gottes hört, der ein Gesicht des Allmächtigen sieht, der niederfällt, aber dessen Augen enthüllt sind:” (enthüllt wird in unserer Sprache kaum noch beutzt und bedeutet “aufgedeckt” oder in diesem Fall auch “offen”. Die New King James Version übersetzt eindeutiger: “... who falls down, with eyes wide open.”, also “wer nieder fällt, mit weit geöffneten Augen” (ohne Zwinkern). Es ist ein sanftes Niederfallen und es geschieht ohne das Berühren eines Predigers! Luther 1984 übersetzt “... dem die Augen geöffnet werden, wenn er nieder kniet.” und dass könnte auch geistlich gedeutet werden und ist in diesem Fall eine ungenaue und nicht zu empfehlende Übersetzung.
Absolute Vorsicht bei der “Hoffnung für alle” und vor allem bei der “Guten Nachricht”, die folgendermaßen übersetzt: “und er sagte: Ich höre, was der Herr verkündet. Ich sehe, was der Mächtige mir zeigt. Ich liege da - die Augen sind geschlossen -, ich schaue, was mir Gott vor Augen stellt:” Das hat der Geist Satans eingefügt!!! Mit dieser ökumenischen Bibelübersetzung sollen diese wichtigen Kriterien verfälscht werden!!! Ich kann nur davor warnen und Euch raten, diese Bibeln nicht zu benutzen, wenn es um wichtige Wahrheiten und Erkenntnisse geht!
b) Daniel 10, 7-19 (Schlachter 2000) “Und ich, Daniel, sah die Erscheinung alleine; die Männer aber, die bei mir waren, sahen die Erscheinung nicht; doch befiel sie ein so großer Schrecken, dass sie flohen und sich verbargen. Und ich blieb allein zurück und sah diese große Erscheinung. Es blieb aber keine Kraft in mir, und mein Aussehen wurde sehr schlecht, und ich behielt keine Kraft. Und ich hörte den Klang seiner Worte; als ich aber den Klang seiner Worte hörte, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde nieder. Und siehe, eine Hand rührte mich an, so dass ich mich zitternd auf meine Knie und Hände stützen konnte. ... Als er dieses Wort zu mir redete, stand ich zitternd auf. ... Da er nun mit diesen Worten zu mir redete, schlug ich meine Augen zur Erde nieder und blieb stumm. Und siehe, da rührte einer, der den Menschenkindern gleich war, meine Lippen an; und ich öffnete meinen Mund, redete und sprach zu dem der vor mir stand: Herr, wegen dieser Erscheinung haben mich Wehen überfallen, und ich habe keine Kraft behalten! ... Und nun ist keine Kraft mehr in mir (V.17) und der Atem ist mir ausgegangen! Da rührte mich der, welcher einem Menschen glich, nochmals an und stärkte mich. ... Sei stark, ja, sei stark! Und als er so mit mir redete, wurde ich gestärkt und ich sprach: Mein Herr rede, denn du hast mich gestärkt!”
Die Elberfelder übersetzt V. 17: “... und kein Odem ist in mir übrig”
New King James V. 17: “nor is any breath left in me.”
In der NIV wird mit “ich kann kaum atmen” übersetzt, was schon nicht mehr das Selbe ist! Der Sinn wird verfälscht.
Hoffnung für alle: “und meine Kehle ist wie zugeschnürt” ist knapp daneben, aber leider auch an der Wahrheit vorbei.
Gute Nachricht: “Der Atem stockt mir” kann auch bedeuten, dass der Atem nur kurze Zeit aufhört und ist damit nicht übernatürlich zu erklären. Kann also nachgemacht werden.
In weiteren Übersetzungen wird dieser Teil von Daniel entweder stark modifiziert bzw. verändert oder er wird sogar ganz weg gelassen.
Zusammenfassung der physischen (körperlichen) Merkmale, die ein Prophet bei einer Vision bekommt:
(1) Er hat bei einer Vision seine Augen weit geöffnet
(2) Er fällt ohne jede Kraft auf sein Angesicht (nach vorne)
(3) Er atmet nicht, obwohl er redet
(4) Er wird von Gott aufgerichtet, der ihn stärkt ...
Zu Punkt (4) möchte ich anmerken, dass dies keine natürliche Stärke ist, wenn Gott einen Menschen stärkt. Beispielsweise hatte Simson den brüllenden Löwen mit dem bloßen Händen zerrissen, als der Geist des Herrn über ihn kam (Richter 14,6). Weiterhin hatte Simson 1000 starke Männer erschlagen, nachdem er sich von seinen Eisenketten und dicken Stricken befreite, als der Geist des Herrn über ihn kam (Richter 15.14.15). Bei den Philistern riss Simson das gesamte Stadttor mit den beiden Pfosten aus der Verankerung und trug es auf den Gipfel eines Berges (Richter 16,3) Es ist also eine übernatürliche Kraft.
Anmerkung:
Alle Reformatoren z.B. waren zwar durch den Geist Gottes geführt, aber sie waren keine Propheten, weil sie diese Kriterien nicht erfüllten. Aber sie redeten trotzdem inerhalb der Wahrheit.
Christen, die Bilder haben oder Träume werden damit selbst aufgerichtet oder richten Einzelpersonen auf und trösten kleine Gruppen. Sie sind jedoch keine Propheten mit einer Botschaft für das gesamte Volk und haben auch die körperlichen Merkmalen nicht.
Hier nun die Frage:
War Ellen Gould White nun eine Prophetin Gottes; ja oder nein? Erfüllte sie alle Kriterien, oder war sie eine falsche Prophetin?
(1) Stellte sie das Wort Gottes und das Gesetz auf den Leuchter?
(2) Hatte E.G. White das Gesetz und die Propheten hervorgehoben?
(3) Weist Ellen White auf Jesus Christus den Erlöser hin?
(4) Hatte E.G. White die Gemeinde auferbaut?
(5) Erfüllten sich ihre Vorhersagen?
(6) Sprach E.G. White mit Autorität?
Abschließend die alles entscheidende Frage:
(7) Hat sie auch die physischen (körperlichen) und übernatürlichen Kriterien erfüllt?
(1) Stellte sie das Wort Gottes und das Gesetz auf den Leuchter?
(a) Die Heilige Schrift soll als eine maßgebliche, untrügliche Offenbarung seines Willens angenommen werden. Sie ist der Maßstab für den Charakter, die Verkündigerin der Grundsätze, der Prüfstein jeder Erfahrung. (GK S. 9)
(b) Haltet euch an die Bibel, wie sie ist, und beendet eure Kritik bezüglich ihrer Gültigkeit, und gehorcht dem Wort, und keiner von euch wird verloren gehen. (SM Band I, S. 18)
(c) Die Bibel und die Bibel allein soll unsere Glaubensgrundlage sein, das einzige Band der Einheit ... Gottes Wort ist unfehlbar ... Hebt das Banner hoch, auf welchem “Die Bibel” geschrieben steht, unser Maßstab für Glaube und Erziehung. (SM Band I, S. 416)
(d) Alles Gesagte muss im Rahmen der Bibel verstanden werden. (5T S.665)
Frage: Warum helfen uns nun die Schriften von E.G. White, wenn die Bibel der alleinige Maßstab ist?
Antwort: Ihre Schriften sind nur ein Leuchter, der das, was in der Bibel steht, klarer bzw. verständlicher macht.
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(2) Hatte E.G. White das Gesetz und die Propheten hervorgehoben?
(a) Zeigt ihnen die Prophezeiungen. Zeigt ihnen die Gesetze Gottes. Nicht der kleinste Buchstabe dieses Gesetzes soll seine Kraft verlieren, sondern soll seine verbindlichen Forderungen gegenüber jedem Menschen bis ans Ende der Zeit behalten. (MR S. 351)
(b) Kann der Mensch nicht erkennen, dass er, wenn er das Gesetz Gottes geringer macht als es ist, Christus verunehrt? Warum kam er in diese Welt, um zu leiden und zu sterben, wenn das Gesetz für den Menschen nicht verbindlich wäre? (ST 01-25-05)
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(3) Weist Ellen White auf Jesus Christus den Erlöser hin?
Der Erlöser der Welt wurde so behandelt, wie wir es verdienen, behandelt zu werden, so dass es uns möglich ist, so behandelt zu werden, wie er es verdient, behandelt zu werden. Er kam in unsere Welt und nahm unsere Sünden auf seine göttliche Seele, damit es uns möglich würde, seine verliehene Gerechtigkeit zu empfangen. Er wurde um unserer Sünden willen verdammt, an denen er keinen anteil hatte, damit wir durch seine Gerechtigkeit gerechtfertigt werden könnten, an der wir keinen Anteil hatten. Der Erretter der Welt gab sich selbst für uns. Wer war er? - Er war die Majestät des Himmels der sein Blut auf den Altar der Gerechtigkeit für die Sünden des schuldigen Menschen vergoss. Wir sollten unsere Beziehung zu Jesus und seine Beziehung zu uns kennen. (RH 03-21-93 PR 06)
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(4) Hatte E.G. White die Gemeinde auferbaut?
1844 schrieb sie: “Der Tabak ist ein Gift der betrügerischsten und boshaftesten Art. Er übt zuerst einen aufwühlenden und dann einen lähmenden Einfluss auf die Nerven des Körpers aus. Er ist um so gefährlicher, da seine Auswirkungen auf das menschliche System erst langsam sichtbar werden und zunächst kaum erkennbar sind. Viele Menschen sind Opfer seines vergifteten Einflusses geworden. (CHS.84)
Hinweis: Erst 1957 zog ein von der “American Cancer Association” und der “American Heart Assosiation” ernanntes Komitee von Wissenschaftlern die Schlussfolgerung, dass rauchen ein Faktor sei, der Lungenkrebs verursache. Zur Zeit ihrer Vision haben die Ärzte und Wissenschaftler das Rauchen als Therapie verschrieben, gegen Lungenprobleme, Bronchitis, Tubukolose u.a. Es war ein Medikament, das Heil für die Welt bringen sollte!
E.G. White warnte vor dem Fleischverzehr und dass es in diesem Bezug viele Seuchen und Krankheiten geben wird. Sie schrieb 1901 “Bald wird Butter nicht mehr empfohlen werden. Nach einiger Zeit wird die Milch völlig weggetan werden, da die Tierkrankheiten im Verhältnis zur Zunahme der Bosheit unter den Menschen zunehmen. Die Zeit wird kommen, in der es nicht mehr sicher ist, Eier, Milch, Sahne oder Butter zu verwenden. (8 MR Letter 14 1501 S. 14)
Das ist heute überall aktuelles Thema! Siehe: “Fleisch essen war nie die beste Ernährung. Heute ist der Genuss doppelt anfechtbar, weil sich die Krankheiten unter den Tieren so schnell ausbreiten.” (Zeitschrift: Bewusst Essen S. 175)
“Käse sollte niemals in den Magen gelangen” (Bewusst Essen S. 163)
Hat sie die Gemeinde erbaut? Allein in Deutschland gibt es:
a) Ein adventistische Krankenhaus in Berlin
b) 7 Altenpflegeheime
c) 5 Tagungsstätten
d) 12 Kindergärten
e) 3 Grundschulen
f) Ein Schulzentrum “Marienhöhe” (Abitur und Kollege) Darmstadt
g) Ein Theologisches Seminar in Friedensau
h) Einen Verlag in Lüneburg (Adventverlag)
i) Ein Gesundkostwerk in Lüneburg (DE-VAU-GE)
j) Ein Medienzentrum “Stimme der Hoffnung”
welche alle auf den Schriften und Weisungen von E.G. White ihre Gründung erfahren haben und das Weltweit. Überall wo sie hinkam errichtete sie Hospitäler, Schulen, Ausbildungsplätze usw. und war damit Gründerin einer weltweiten Gemeinde...
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(5) Erfüllten sich ihre Vorhersagen?
Sie sagte das Erdbeben in San Francisco von 18.04.1906 voraus und rief die Menschen vorher dazu auf, die Stadt zu verlassen! Bereits 1903 warnte sie: “San Francisco und Oakland gleichen allmählich Sodom und Gomorra, und der Herr wird sie heimsuchen. NIcht mehr lange, und sein Gericht wird über sie kommen.” (MS 30, 1903) Trotzdem kostete es 503 Menschen das Leben, weil sie der Warnung keine Beachtung geschenkt hatten. Der Sachschaden betrug 350 Mio. US Dollar. Nach dem Erdbeben kommentierte sie: “Dem schrecklichen Erdbeben, dass in San Francisco, werden weitere Demonstrationen der Macht Gottes folgen. Sein Gesetz ist missachtet worden. Die Städte sind gleichsam von Sünde besudelt worden. Denken wir nur an die Geschichte von Ninive. Gott schickte jener verdorbenen Stadt durch Jona eine besondere Botschaft ...” (MS 61a 03.06.1906)
Die Anschläge vom 11. September 2001 auf die USA wurden folgender Maßen vorhergesagt: “Gottes Zorn ist nicht ohne Gnade. Er hält seine Hand noch immer ausgestreckt. Seine Botschaft muss in dem ganzen Bereich von New York verkündigt werden. Die Menschen müssen erkennen, dass es Gott möglich ist, mit einer leichten Handberührung all ihren Besitz zu vernichten., den sie bis zum Tag des Gerichtes angehäuft haben. (3 MR S. 310/311 von 1902) “Ich habe kein besonderes Licht darüber empfangen, was über New York kommen wird. Ich weiß nur, dass eines Tages die risiegen Gebäude dort durch Gottes Macht umgestürtzt werden ... Überall wird es Tote geben. Deshalb liegt es mir so sehr am Herzen, dass unsere Städte gewarnt werden.” (RH 5.7.1906) “Einmal war ich gerade in New York, als mir in der Nacht gezeigt wurde, wie die Gebäude Stochwerk für Stockwerk immer höher erbaut wurden. Diese Gebäude galten als brandsicher und waren zu Ehren ihrer Besitzer und Baumeister errichtet worden... Unmittelbar danach sah ich, wie Feueralarm gegeben wurde. Menschen schauten auf die stattlichen, als brandsicher geltenden Gebäude und sagten: >Sie sind ganz sicher< Aber diese Häuser wurde so schnell vom Feuer verzehrt, als wären sie aus Pech. Die Feuerwehr konnte die Zerstörung nicht aufhalten. Die Feuerwehrleute waren nicht in der Lage, ihre Motorspritzen einzusetzen.” (9T S.12.13 1909)
Sie zeigte auf zukünftige Kriege, sie warnte vor Verschwörungen und Geheimorganisationen, vor den Freimaurern und den Gewerkschaften. Sie sah die Globalisierung voraus, die Zentralisierung der Banken, der Autoindustrie und aller wichtigen Wirtschaftszweige, zum Machtnissbrauch. Sie sagte den Spiritismus voraus (GK S. 590) und die große Vision von der Gesundheit. Und meine höchste und die Aufgabe der Menschen, die diese Botschaft verstanden haben ist, dass die Menschen gewarnt werden. Alle Aussagen haben sich erfüllt und erfüllen sich noch... aber auch die angeblich Aufrichtigen tauchen nie tief genug in das Studium der Heiligen Schrift ein, um sehend zu werden.
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(6) Sprach E.G. White mit Autorität?
“Ich wurde unterwiesen, zu denen zu sprechen, die beabsichtigen, dass Fundament einzureißen, das und zu STA gemacht hat. Wir sind Gottes Volk, das seine Gebote hält. In den letzten 50 Jahren hat jede Art von abweichenden Lehren auf uns gelastet, um unseren Geist bezüglich der Lehren des Wortens Gottes zu benebeln ... Er ruft uns auf, mit dem festen Griff des Glaubens die grundlegenden Prinzipien zu umklammern, die auf unbestrittener Autorität basieren. (4MR S.246)
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(7) Abschließend die alles entscheidende Frage: Hat sie auch die physischen (körperlichen) und übernatürlichen Kriterien erfüllt? Diese können nicht gefälscht werden, da Satan kein Leben in sich hat und es auch nicht verleihen kann! Sie sprach in der Öffentlichkeit vor tausenden Augenzeugen. Hier die Berichte der Augenzeugen:
(a) “Wenn Schwester White ein Gesicht, so ruft sie zuerst drei Mal ‘Glory’, was sowohl Herrlichkeit als auch Ehre bedeutet. Der zweite aber noch mehr als der dritte Ruf, aber desto ergreifender. Es macht den Eindruck, als ob die Stimme aus einiger Entfernung komme und sich noch immer weiter entferne, bis sie sich schließlich aus der Hörweite verliert. Vier oder fünf Sekunden erscheint sie wie eine Person in Ohnmacht, die keine Kraft mehr besitzt und sinkt dann zusammen. Dann aber wird sie augenblicklich von übernatürllicher Kraft erfüllt und steht manchmal sofort auf und geht umher... Alle diese Bewegungen sind höchst anmutig. Niemand kann ihre Hand oder ihren Arm in eine andere Lage bringen. Ihre Augen sind immer offen, aber sie zwinkert nicht mehr mit ihnen. Ihr Kopf ist erhoben, und sie sieht nach oben, aber nicht mit einem starren Blick ins Leere, sondern mit einem angenehmen Ausdruck, von ihrem normalen Aussehen nur insofern abweichend, dass sie aufmerksam auf einen entfernten Gegenstand zu schauen scheint. Sie atmet nicht, aber ihr Puls schlägt regelmäßig.” (1 BIO, S. 122)
(b) Nellie Sisley Starr berichtet über die Ereignisse bei einer Vision, die E.G. White am 12 Juni 1868 hatte, abermals vor vielen Zeugen: “Sie bewegte sich hin und her und sprach mit uns. Während sie hin und her ging, fiel sie plötzlich zu Boden, als ob die Hand eines Engels unter ihr wäre. (also sanft) ... Schwester White ruhte vollkommen ruhig und bewusstlos ... Ihre Augen wahren geöffnet. Sie hatte einen angenehmen Gesichtsausdruck ... Bruder White sagte zu jenen großen Männern: >Zieht ihre Hände auseinander. Ihr habt für jede ihrer Hand, zwei Männerhände. Zieht einfach ihre Hände auseinander.< Sie versuchten es. Sie zogen und zogen mit aller Kraft, bis einige von uns befürchteten, sie würden ihr weh tun. Bruder White sagte: >Habt keine Angst. Unter Gottes Bewahrung ist sie sicher. Ihr könnt so lange ziehen, bis ihr völlig genug habt.< Sie sagten dann: >Wir haben genug. Wir brauchen ihre Hände nicht mehr auseinanderziehen.< Bruder White sagte: >Bewegt nur einen Finger nach dem anderen nach oben.< Doch dies war unmöglich. Sie konnten nicht einmal einen Finger nach oben bewegen. Er schien einem Granitblock gleich... Bruder White sagte zu diesen Männern: >Haltet sie jetzt.< Ich vermute, sie dachten, sie könnten sie halten. Sie nahmen sie bei den Handgelenken, konnten ihre Bewegung jedoch nicht geringfügig verzögern. Es sah so aus, als ob jedes Kind sie halten könnte, dennoch führte sie ihre Bewegungen weiter aus. ... >Jetzt müssen wir sehen, ob sich ihre Augenlider schließen werden.< Eine große Rochersterlampe stand ganz nahe. Er nahm den Lampenschirm ab und hielt dieses Licht direkt vor ihren Augen. Wir erwarteten, dass sie ihre Augenlider nun bewegen würde, um sich zu schützen. Aber sie tat dies nicht. ... >Nun< sagte Bruder White, >müssen wir noch sehen, ob sich Odem in ihrem Körper befindet.< Es sah zwar nicht danach aus aber Bruder White sagte: >Jetzt werden wir einen Spiegel holen und diesen Punkt prüfen.< Jemand ging in den Raum nebenan und holte einen Spiegel, den man nahe an ihr Gesicht hielt. Es war kein Atemhauch auf dem Glas zu erkennen. Sie atmete nicht.” (2 BIO 232-234)
Auch skeptische Ärzte wurden dazu geholt, weil sie die Leblosigkeit bezeugen sollten. Aussagen der Mediziner im Juni 1854
“Dr. Flemming und ein anderer junger Arzt waren diejenigen, die die Untersuchung durchführten. Nachdem Frau White aufstand, wie sie auch berichteten, und die Bibel zitierte, bat Dr. Flemming um eine angezündete Kerze... Er hielt die Kerze so nah wie möglich an ihre Lippen, ohne diese zu verbrennen, auf gleicher Ebene mit ihrer Nase, falls sie atmen sollte. Aber die Flamme flackerte nicht ein bißchen. Der Arzt sagte dann mit Nachdruck: “Dies beweist es ein für alle Mal, es ist kein Atem in ihrem Körper.” (David Seeley, in GSAM S. 208.209) (1BIO S. 303)
“Wir waren zugegen, als Schwester White im Februar 1857 in Waldrons Hall, Hillsdate, ein Gesicht hatte. Dr. Lord untersuchte sie und sagte: >Ihr Herz schlägt, aber kein Atem ist vorhanden. Leben ist da, aber keine Tätigkeit der Lungen; ich kann diesen Zustand nicht erklären< “ (1 BIO Seite 351)
Unsere Wahl ist es nun, zu entscheiden: War sie nun eine Prophetin oder war sie keine??? Wer lesen kann, wird in den Schriften von E.G. White nichts finden, was in irgend einer Hinsicht gegen die Bibel oder gegen das Gesetz Gottes ist oder was irgendetwas, was von Gott wegführt! Im Gegenteil. So ist es mit dem Menschen; kennst Du sein Wesen, dass sich ständig gegen die Wahrheit auflehnt?
Und zum Schluss noch ein Kriterium, was nicht aufgeschrieben steht, aber was wir in der Schrift erkennen können: Die wahren Propheten wurden stets verachtet und die falschen Propheten wurden verehrt und geliebt. Auf den Schriften von E.G. White liegt ein Hass! Und jeder der diesen Hass gegen die Wahrheit zeigt, dem sollte zunächst einmal misstraut werden, in den Worten, die er spricht oder niederschreibt. Nehemia war ungeliebt; Jesaja hat man entzwei gesägt. Also wenn alle hinrennen und sagen: Es ist eine tolle Sache! Dann Vorsicht!
“Unserem Volk ist in diesen letzten Tagen reichlich Licht gegeben worden. Ob nun mein Leben bewahrt werden wird oder nicht, meine Schriften werden doch fortwährend reden, und ihre Auswirkungen werden, so lange noch Zeit ist, andauern. Meine Schriften werden im Archiv aufbewahrt, und wenn ich nicht mehr leben sollte, werden diese Worte, die mir vom Herrn gegeben wurden, immer noch lebendig bleiben und zu den Menschen reden. (2 SM S. 55) |